Korbach:

Blick in die Unterwelt des Hallenbades

- Korbach. Hallenbad-Sanierung oder Kombibad-Neubau? In der Korbacher Bäder-Debatte sollen die Stadtverordneten am heutigen Donnerstag eine Entscheidung treffen. Ein Besuch in den „Katakomben“ offenbart, dass die Zeit drängt.

Rohrleitungen, die in Kopfhöhe kreuz und quer verlaufen, mit Filzstift handschriftlich markierte Schalter, tropfende Eckventile, korrodierte Pumpen: Die Mitarbeiter des Korbacher Hallenbades vergleichen ihren Arbeitsplatz unterhalb der Schwimmbecken gerne flapsig mit dem Inneren eines U-Bootes, das eine lange Fahrt hinter sich hat. Ein treffendes Bild. Kleine grüne Aufkleber mit einem Pfeil, der für den Notfall die Fluchtrichtung weist, kleben im Abstand einer Schrittlänge auf dem Fußboden. Sie verhindern, dass man sich in dem Labyrinth der Heiz- und Wasseraufbereitungstechnik vollends verläuft. Die Räume unter dem vor 35 Jahren gebauten Sportbad sind zwar schon eng und warm, verglichen mit den Kellern unterhalb des 1993 angebauten Freizeitbades aber geradezu großzügig und kühl. Sollten sich die Stadtverordneten Donnerstagabend (die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus) für eine Sanierung des Hallenbades entscheiden, dann stehen die technischen Anlagen ganz oben auf der Liste. Geplant ist, möglichst einen großen Teil der vorhandenen Ausstattung zu übernehmen. Etwa die erst vor wenigen Jahren installierten Kies-, Sand- und Aktivkohlefilter zur Wasseraufbereitung im Sportbad oder die Pumpen und Steuergeräte der Wärmeverteilung für Hallenbad, Freizeitbad und Sauna. Manches pfeift allerdings buchstäblich „aus dem letzten Loch“. In der Ozonanlage, die für gute Wasserwerte ohne Chlor sorgt, ist zum Beispiel nur noch eine Röhre in Betrieb. Zur Ausstattung gehören sechs. In den Genuss dieses Notprogramms kommt ohnehin nur das Sportbad. Im Freizeitbad wird das Wasser ausschließlich gechlort.Als 1992 das Hallenbad um ein frei geformtes Freizeitbecken, um Babypool und Wasserrutsche ergänzt wurde, durfte die Technik und vor allem deren Anschluss an die vorhandenen Anlagen nicht viel kosten. Was damals die Baukosten gesenkt hat, dürfte sich bei einer möglichen Sanierung als teurer Nachlass erweisen. Statt sie an einer Stelle zu bündeln, wurden Steuerungsgeräte verstreut angebracht. Um noch jede Kellerecke auszunutzen, bestückte man selbst Räumchen, die nur in gebückter Haltung zu erreichen sind, mit wichtiger Betriebstechnik.

Mehr in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 4. Februar.

Ein Video dazu gibt es hier:

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