Vertreter von Stadt und Feuerwehr feiern 40-jährigen Zusammenschluss

Blick zurück bis zur Tragkraftspritze

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Beamte auf Zeit: Sechs Nachwuchsfeuerwehrleute haben bei den Wahlen im Frühjahr Posten in den Vorständen übernommen. Sie schworen am Dienstagabend den Diensteid und bekamen ihre Urkunden.

Korbach. - Wenn bei offiziellen Anlässen plötzlich ein Handy klingelt, sorgt das meist für böse Mienen. Nicht so bei der Feuerwehr: Zur Feier von „40 Jahre Korbacher Wehren“ ertönte nämlich passend zum Anlass das Martinshorn.

Der Klingelton zeigt, wie verbunden sich viele Angehörige der Korbacher Ortsteilwehren mit ihrer Aufgabe fühlen. Für die 15 Feuerwehren von Strothe bis Hillershausen engagieren sie sich ausschließlich in ihrer Freizeit. Weil das in Augen der Stadt bisher bravourös geklappt hat, luden die offiziellen Vertreter am Dienstagabend in die Stadthalle ein.

Zu feiern gab es den Zusammenschluss der früher eigenständigen Wehren, der seit 40 Jahren Bestand hat. 1973 hatten sich die Ortsbrandmeister in den größeren Verbund einfügen müssen - die Gebietsreform der Jahre 1971/72, bei der das heutige Korbach mit seinen Ortsteilen entstand, war vorangegangen. Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt, der stellvertretende Parlamentschef Heinz Merl und Bürgermeister Klaus Friedrich zogen ein positives Fazit. „Das ist eine Erfolgsgeschichte“, würdigte Merl.

Bei allem Positiven schwebte aber auch ein Damoklesschwert sachte über der Veranstaltung: Was, wenn der Nachwuchs ausgeht und die Sicherheit der Stadt und der Dörfer nicht mehr gewährleistet werden kann? Doch die Vereidigung sechs neuer Mitglieder als Wehrführer oder deren Stellvertreter machte den Anwesenden Mut, auch in den kommenden Jahren den Brandschutz gewährleisten zu können.

Überhaupt: Bürgermeister Friedrich pochte darauf, die Entwicklungen nicht immer negativ zu sehen. „Wir können den Wind nicht ändern. Aber wir können die Segel anders setzen“, bemühte er ein Bild aus der Schifffahrt. Es gelte, der „allumfassenden Jammerei“ entgegenzutreten.

Neue Gefahr und Aufgabe

„Was hält uns zusammen?“, fragte er rhetorisch und schob nach: „Es sind die Vereine, es ist die Feuerwehr.“ Er fühle sich als Stadtoberhaupt ganz Korbach und seiner Sicherheit verpflichtet. Grund zur Freude sei es, dass die Kameraden in der Bevölkerung angesehen seien. „Das Ehrenamt macht aus einer Stadt eine Heimat, weil es Nähe schafft“, war sich Friedrich sicher.

Auf die Entwicklung in den vergangenen Jahren ging „SBI Schmidt“ ein. „Dort, wo jetzt die Hauptpost steht, wurden der erste Stadtbrandinspektor und seine Stellvertreter gewählt“, erinnerte er und wusste: „Jedem Fortschritt folgen neue Gefahren. Am Ende müssen sich die Feuerwehrangehörigen des Gefahrenszenarios annehmen.“

Kaum Motorisierung, die Garagen zu klein, Atemschutz und Funkgerät ein Fremdwort - Schmidt erinnerte an die Anfänge des Zusammenschlusses. Seitdem habe sich viel Neues entwickelt: Neue oder erweitere Feuerwehrhäuser, neue Fahrzeuge, mehr Gerät, mehr Schutz und mehr Lehrgänge.

Die städtische Satzung sowie der Bedarfs- und Entwicklungsplan geben den Feuerwehren Leitlinien und Ziele an die Hand. Schmidt mahnte, dass Betriebe immer häufiger Feuerwehrleute in den Betrieben als Last sähen. Lob zollte er der Kreisstadt, die bisher ein „verlässlicher Partner“ gewesen sei.

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