Herzhausen

Blitzkästen bremsen Raser aus

- Vöhl-Herzhausen (resa). Rund vier Prozent aller Autofahrer sind in Herzhausen zu schnell unterwegs. Seit zwei Wochen werden sie von Blitzkästen ausgebremst. Nun zeigen die Anlagen erste Erfolge.

Viel Gegenwind blies Bürgermeister Harald Plünnecke entgegen, als er zwei Radaranlagen für Herzhausen beantragte. Die Gemeinde würde zum Heckenschützen und wolle auf diese Weise den maroden Haushalt sanieren, waren sich die Gegner einig. Zum ersten Mal hat die Gemeinde gemeinsam mit dem Ordnungsbehördenbezirk Eisenberg nun die Daten der beiden Blitzkästen in Herzhausen ausgelesen. 1380-mal haben die Maschinen ausgelöst. „Das ist mehr, als wir erwartet hatten“, erklärt Plünnecke, „und für uns gleichzeitig eine Bestätigung.“ Rund vier Prozent der Autofahrer würden auf der viel befahrenen Bundesstraße zu schnell fahren und damit die Sicherheit der Menschen in den Orten gefährden. „Vor allem die Schulkinder, die an der Bushaltestelle die Straße überqueren müssen, sind in Gefahr“, sagt der Bürgermeister. Und deshalb seien die Blitzkästen nötig gewesen. „Dabei geht es nicht ums Abkassieren“, betont er. Ohnehin reiche das Bußgeld bei Weitem nicht aus, um den Haushalt zu sanieren. Nur Strafzahlungen bis 35 Euro fließen in den Topf des Ordnungsbehördenbezirks, der Rest geht ans Land. „Es geht um eine verkehrserzieherische Maßnahme“, erklärt Plünnecke. Und die scheint nun zu fruchten. In der ersten Woche waren noch 668 Verkehrsteilnehmer Richtung Korbach zu schnell unterwegs, 620 Pkw und 48 Lkw. In Richtung Frankenberg fuhren insgesamt 712 Fahrzeuge zu schnell, 674 Pkw und 38 Lkw. Insgesamt 838 Autofahrer überschritten die Geschwindigkeitbegrenzung um bis zu zehn Stundenkilometer, 296 Fahrer bis zu 15, 89 bis zu 20, 40 bis zu 25 und 15 bis zu 30 Kilometer in der Stunde. 16 Autofahrer waren schneller als 81 Kilometer in der Stunde in Herzhausen unterwegs und verlieren ihren Führerschein für mindestens einen Monat. „Der traurige Rekord liegt bei einer Geschwindigkeit von fast 110 Stundenkilometern“, stellt Bürgermeister Plünnecke fest. In der zweiten Woche hatte sich die Kontrolle an der Bundesstraße dann inzwischen rumgesprochen, die Blitzgeräte verzeichneten noch 344 Verstöße in Richtung Korbach und 407 Verstöße in Richtung Frankenberg. In der dritten Woche stiegen die Zahlen wieder. „Noch werden rund vier Prozent aller Fahrer geblitzt“, erklärt Vöhls Ordnungsamtsleiter Bernd Weber, „wir gehen davon aus, dass es bald nur noch 1,5 Prozent sind.“ Und eben damit hätte man dann das Ziel erreicht: einen langsameren Durchgangsverkehr und mehr Sicherheit.

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