Auf Korbachs wichtigster Baustelle läuft derzeit alles nach Plan

Boden bereiten für Contis Zukunft

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Das Conti-Technologiezentrum im Entwurf: auf der linken Seite die Produktionshalle, rechts der Gebäudetrakt für Büros, dazwischen Eingangshalle und Räume zur Präsentation, die über einen verglasten Steg mit der Produktion verbunden werden.Zeichnung: Continental

Korbach - Nach dem Auftakt im September liegt das Conti-Zukunftsprojekt gut im Zeitplan. Schon im Mai 2015 soll die Hülle für das neue Technologiezentrum komplett stehen.

Die hochmoderne Mini-Fabrik, die derzeit auf dem Conti-Werksgelände entsteht, kann getrost als zweitwichtigste Investition seit den Gründerzeiten von Louis Peter bezeichnet werden. 1907 legte der gebürtige Alleringhäuser und später in Frankfurt erfolgreiche Unternehmer den Grundstein für das Gummiwerk in Korbach. Die alte Hansestadt erwachte damals aus einem Dornröschenschlaf und läutete den Aufbruch in eine erfolgreiche Zukunft ein.

107 Jahre später folgte der Spatenstich des Continental-Konzerns für ein „High Performance Technology Center“ (HPTC), wie es im internationalen Fachjargon heißt. Rund 45 Millionen Euro investiert der Reifenriese am Standort Korbach für eine kleine Fabrik in der Fabrik – die weltweit Zeichen setzen soll.

Auf rund 12000 Quadratmetern entsteht eine Produktionshalle mit den modernsten Maschinen und Verfahren, die für die Fertigung von Pkw-Reifen verfügbar sind. Zum Technologiezentrum gehört gleichermaßen ein dreistöckiger Gebäudetrakt für Forschung, Entwicklung und Büros. Dazwischen liegen Räume für Ausstellung und Präsentation, die über eine gläserne Brücke („Skywalk“) mit der Produktion verbunden sind.

„High-Tech-Maschinenpark von der Mischung bis zur Inspektion“, beschreibt Georg Reichert das technische Rezept. Der Ingenieur ist Projektleiter für das Technologiezentrum in Korbach.

Auf der Baustelle nahe Tor 3, am Schnittpunkt von Hannoverscher Straße und Elfringhäuser Weg, herrscht auch zur Adventszeit mächtig Betrieb. Bagger schieben bergeweise Erde und Sand, Lastwagen transportieren fast im Minutentakt das Material.

Um Platz für den Neubau im Norden des Werksgeländes zu schaffen, wurde die ältere Halle 58 zum großen Teil abgerissen. Gegenüber sind Teile des Gebäudes 55 bis aufs Skelett entkernt, um es für die neue Produktionshalle zu präparieren.

Läuft alles weiterhin nach Plan, kann Conti ab Mai 2015 mit der Einrichtung des HPTC beginnen. Im September 2015 soll dann der Probetrieb in der Mini-Fabrik beginnen. Wenn alles rund läuft, werden ab Sommer 2016 jährlich rund 350000 Hochleistungsreifen für schnelle und sportliche Karossen für Furore sorgen – von Korbach aus in aller Welt.

Hintergrund: Mini-Fabrik

Das neue Technologiezentrum von Conti schafft in Korbach nicht nur 60 neue anspruchsvolle Arbeitsplätze – sondern gleichermaßen Reifentechnik der Zukunft. Es geht um sogenannte U-UHP-Reifen, „Ultra-Ultra High Performance“. Auf Deutsch: große, breite „Schlappen“ für PS-starke und schnelle Autos. Überdies sollen in der Mini-Fabrik neue Gummimischungen und Produktionsverfahren entwickelt werden, die dann in Conti-Reifenfabriken weltweit neue Standards setzen. Der Standort Korbach steht damit künftig verstärkt im internationalen Blickpunkt. Für Besucher sind deshalb auch Ausstellung und Präsentationsräume im neuen Korbacher Technologiezentrum vorgesehen.

Von Jörg Kleine

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