Korbach

Bohrpfähle für das Enser Tor

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- Korbach (jk) Der Aufbau des Enser Tors kann weitergehen. Mit Pfählen und Zementschlämme ist der erste Schritt zum Fundament geschafft.

Einige Verzweiflung herrschte Anfang Mai, als der Bautrupp der Korbacher Schützengilde die aufgerissene Grube am Enser Tor inspizierte. Unter der Straßendecke zwischen den Torpfeilern war selbst in knapp vier Metern Tiefe noch kein fester Baugrund zu spüren. Überdies offenbarte sich ein Sammelsurium aus Leitungen und Rohren – ob Wasser, Strom, Telefon oder Gas.

Das brachte Verzögerung, denn schon Mitte Mai sollte Phase 1 des Wiederaufbaus abgeschlossen sein. Zudem drohten deutlich höhere Kosten. Jürgen Weige, Bauexperte der Schützengilde, und die Stadt machten sich auf die Suche nach einem geeigneten und günstigen Verfahren, um ein festes Fundament zu schaffen. Torbogen und Aufbau addieren sich auf rund 90 Tonnen Gewicht. Zwei zusätzliche Stützpfeiler rechts und links am Mauerwerk des alten Tors sollen die Last abfangen – und dazu wiederum braucht es ein entsprechendes Fundament im Boden.

Ende voriger Woche rückte ein Spezialfirma aus Plauen im Vogtland (Sachsen) an. Sie trieben schmale Bohrpfähle samt Bohrkrone sechs bis acht Meter tief in den Fels. Über die Stahlrohre pressten die Bauleute gleichzeitig Zementschlämme in den Untergrund, um Hohlräume und Risse zu füllen.

Die Stäbe in der Baugrube stehen oben heraus, kleine Stahlplatten daran sollen das Gewicht künftig verteilen. Denn die tragenden Fundamentplatten aus Beton kommen noch obendrauf. In den nächsten Tagen soll das Fundament fertig gestellt werden. Dabei ist auch der Lehrbauhof der heimischen Bauinnung beteiligt und sorgt für die stählerne Bewehrung im Beton. Darauf sollen dann künftig die beiden Stützpfeiler für den neuen Toraufbau ruhen. 10 000 Euro kostet die die Aktion mit den Bohrpfählen, erklärt Bauamtsleiter Burkhard Fincke. So ging das Projekt noch glimpflich ab, denn zunächst hatten Stadt und Schützengilde die doppelten oder dreifachen Zusatzkosten befürchtet.

Für ihr Vorzeigeprojekt kann die Gilde deshalb jede finanzielle Hilfe gebrauchen. Etliche Korbacher haben bereits Geld- und Sachspenden geleistet. Spendenkonto: Sparkasse Waldeck-Frankenberg, Kontonummer 130161, BLZ 523 500 05, Stichwort „Enser Tor“.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Donnerstag, 26. Mai

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