Korbach

Borgward: Glänzendes Erbe eines Patriarchen / Video

- Korbach (jk). Heckflossen, fischsilbergrauer Lack, „Saxomat“ und Weißwandreifen lassen zum Wochenende die Herzen von Automobilfans höher schlagen: In Korbach ist internationales Borgward-Treffen.

Hans-Otto Wiehage ist ein Mann fürs Feine. Langsam kreuzt er mit seiner Borgward „Isabella“ über den Hauer-Parkplatz, hält noch mal kurz an, um Neugierigen einen Blick in das schicke Cabriolet zu gönnen. Rote Sitze, rote Armaturenverkleidung, ein wenig Wurzelholz an den Türen – einen Traum von Auto hat der Lübecker da ergattert. Seit drei Jahren nennt der 76-Jährige Hanseat den automobilen Schatz sein Eigen. Gekauft hat er das rassige Auto bei einem Restaurator aus Bayern. Der wiederum hatte die „Isabella“ Baujahr 1958 in Schweden aufgetrieben – um aus dem ursprünglichen Coupé ein noch schnittigeres Cabriolet zu schneidern. „Die Technik für das Cabriolet-Verdeck ist natürlich neu“, erzählt Wiehage aus der Biographie seines Autos. Und auch das Navigationsgerät überm Armaturenbrett verrät, dass der Borgward-Fahrer sich keineswegs zum alten Eisen zählt. Doch der Silberglanz der „Isabella“ kündet noch stolz von den Taten eines genialen Autokonstrukteurs. Wiehage hat ihn noch persönlich gekannt, den alten Konzernchef Carl Friedrich Wilhelm Borgward, der es vom Erfinder des dreirädrigen „Blitzkarrens“ bis zum Bremer Großindustriellen brachte. „Da konnte keiner neben ihm bestehen, das war ein Patriarch“, erinnert sich Wiehage zurück an die 50er-Jahre. Selbst den Bürgermeister der Hansestadt Bremen ließ Borgward mitunter stehen wie einen Schuljungen. 1961 schlitterte Borgward dann in die Pleite. Sein automobiles Erbe bleibt jedoch bewahrt. Davon zeugen über 100 Borgward-Enthusiasten bis Sonntag bei ihrem Jahrestreffen im Korbacher Hotel „Touric“.

Ein Video zum Borgward-Treffen gibt es hier:

Eine Bildergalerie finden Sie hier:

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