Jahreshauptversammlung der Korbacher Feuerwehren mit beeindruckender Bilanz

Brandschützer bestens in Form

Korbach - Ohne sie könnten die Korbacher nicht ruhig schlafen. Aber dieser großen Verantwortung stellen sich die heimischen Feuerwehren mit großem Erfolg, wie die Jahreshauptversammlung eindrucksvoll zeigte.

„Unsere Wehren waren gut, sind gut und bleiben gut“, lobte Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich „eine der leistungsstärksten Feuerwehren im Landkreis“. Und diese Einschätzung teilte auch der stellvertretende Kreisbrandinspektor Horst Benner-Hensel bei der Hauptversammlung aller Korbacher Feuerwehren in der Epper Aartalhalle. Ein besonderer Dank ging dabei an die vielen Kreisausbilder und Jugendwarte in den Reihen der Korbacher Brandschützer, die sich über ihren aktiven Dienst in den Einsatzabteilungen hinaus für die Zukunft der freiwilligen Wehren starkmachen. So scheint just im Jahr des 40-jährigen Bestehens der gemeinsamen Korbacher Feuerwehr alles rosig. Denn nach der hessischen Gebietsreform 1973 stiegen Kernstadt und 14 Korbacher Ortsteile auch in Sachen Brandschutz in ein Boot. Erster gemeinsamer Stadtbrandinspektor war damals Karl Rose mit seinen Stellvertretern Heinrich Zenke (Goldhausen) und Heinrich Arnold. Aber der Blick auf die junge Generation wirft bei den Feuerwehren überall im Lande doch Sorgenfalten in die Gesichter: Vor 40 Jahren waren die Jahrgänge noch annähernd doppelt so stark wie heute, die Schulsituation dennoch entspannter – und es gab auch keinen multimedialen Freizeitstress. Der Rückgang bei den Jugendwehren in Korbach sei noch nicht beunruhigend, „sollte aber – wie auch in anderen Großgemeinden – ein Warnsignal für uns alle sein“, erklärte Stadtbrandinspektor Friedhelm Schmidt. Das Jahr 2012 brachte derweil bei den Korbacher Jugendwehren sogar ein leichtes Plus von vier Mitgliedern, resümierte Stadtjugendwart Stefan Casper. „Das ist vor allem auch der guten Arbeit unserer Jugendwarte zu verdanken“, lobte Casper seine Kollegen in den Ortsteilen. Zeltlager in Usseln und Fahrt nach Münster in den Zoo, das zählte zu den besonderen Bonbons der Mädchen und Jungen in den Jugendabteilungen. Deren breites Engagement für die Allgemeinheit reichte dabei vom Christbaumsammeln im Winter über Umweltschutzaktionen, Osterfeuer und Spiele-Abende bis zu technischer Ausbildung, Leistungsspange und Wettbewerben. 2013 hat sich die Stadtjugendwehr für fast jeden Monat eine besondere Aktion vorgenommen – ob Geo-Caching (moderne „Schnitzeljagd“), Zeltlager oder Fahrt in die polnische Partnerstadt Pyritz. Wie gewohnt beeindruckend fiel die Bilanz der Korbacher Einsatzabteilungen aus, die der Stadtbrandinspektor skizzierte. In den 15 Wehren sind 435 Brandschützer aktiv, darunter 68 Frauen. Viele aus den Ortsteilen sind auch in der Kernstadtwehr am Ball. Der Anteil ist dort inzwischen auf 25 Prozent gestiegen. Zu bewältigen hatten die 15 Korbacher Feuerwehren im vergangenen Jahr insgesamt 154 Einsätze. Darunter waren 40 Brände, 81 technische Hilfeleistungen und Verkehrsunfälle, aber auch 33 Fehlalarmierungen. Hinzu kamen knapp 50 Brandsicherheitsdienste in Kernstadt und Ortsteilen. Durch insgesamt 71 Lehrgänge verbesserten die Brandschützer 2012 den Ausbildungsstand stetig weiter. Dabei dankte Stadtbrandinspektor Schmidt seinem Stellvertreter Carsten Vahland für „gewissenhafte Koordination“ der Lehrgänge. Ein Dank ging vor allem auch an die Arbeitgeber für die Unterstützung. Denn die Betriebe haben ihre Mitarbeiter für Lehrgänge und Einsätze freigestellt. Bei den Feuerwehr-Wettkämpfen machten insbesondere die Nordenbecker und Goldhäuser im vergangenen Jahr von sich reden. Die Goldhäuser belegten beim Landesentscheid in Hungen den 19. Platz. Um die Einsatzbereitschaft zu sichern, wird die Stadt Korbach 2013 weiter in den Brandschutz investieren. Im Februar präsentierte die Feuerwehr bereits ihren neuen Gefahrgut-Gerätewagen (320 000 Euro), derzeit läuft der Aufbau für ein neues Staffellöschfahrzeug, das einen vergrößerten 3500-Liter-Tank erhalten wird. Fast abgeschlossen ist der Umbau am Feuerwehrhaus in Alleringhausen, der Bauantrag für Lengefeld ist in Vorbereitung, für Lelbach sollen die Planungen anlaufen. Grußworte bei der Jahreshauptversammlung sprachen auch der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Heinz Merl und der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Jürgen Querl (Willingen).

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