„Musical Highlights“ vor treuer Fangemeinde in Korbach

Broadway-Hits lassen keine Wünsche offen – Bildergalerie

Korbach - Mit Klassikern wie „Singin‘ in the Rain“ oder „Grease“, einem klingenden Querschnitt durch das Schaffen von Andrew Lloyd Webber und Novitäten wie dem „Motown-Musical“ bot die Show „Musical Highlights“ die ganze Bandbreite von Broadway-Hits aus fast 70 Jahren Gattungsgeschichte.

Eine fast ausverkaufte Stadthalle ohne große Vorbe­richterstattung – einen besseren Vertrauensbeweis für die „Musical Highlights“ gibt es nicht. Mit dem alljährlich im Februar stattfindenden Gastspiel hat sich die Truppe um Tenor Petter Bjallö und Bass Daniel Dodd-Ellis im Waldecker Land eine treue Fangemeinde aufgebaut.

Entsprechend kurz verlief die Aufwärmphase. Mit „Good Morning“ aus „Singin’ in the Rain“ wünschte das Ensemble dem Korbacher Publikum einen guten Abend und spätestens beim anschließenden Titelstück des Gene-Kelly-Klassikers mit dem charakteristischen Pfeifen fühlten sich alle auf vertrautem musikalischen Terrain.

Vor dem Hintergrund von Alt-London wandelte Daniel Dodd-Ellis als Freddie Eynsford-Hill schwärmerisch auf der Straße, in der seine geliebte Eliza lebt.

Mit „Somewhere over the Rainbow“ gab das neue Ensemblemitglied Nadja Jägard seinen Einstand. Die Nachfolgerin von Karin Hylander, die gerade in ihrer Mutterrolle aufgeht, gewann mit ihrer klaren Stimme und ihrem Charme auf Anhieb viele Sympathien. Das einstige Küken Janina Goy ist inzwischen in die Führungsrolle bei den Frauen hineingewachsen und brillierte als freche Herausforderin Annie Oakley im wortwitzigen Duell mit Daniel Dodd-­Ellis in der Rolle des Scharfschützenkollegen und späteren Ehemanns Frank, der sich am Ende doch von ihr austricksen lässt.„Alles, was du kannst, kann ich noch viel besser“ aus Irving Berlins „Annie get your Gun“ war das älteste Stück im Programm und der letzte Beitrag aus der klassischen Ära.

„Mit der Solonummer „Nur für mich“ aus Jean-Michel Schönbergs „Les Misérables“ eröffnete die Mezzosopranistin eindrucksvoll den Reigen der jüngeren Klassiker aus den 1970ern und 80ern. Als weiterer heiterer Glanzpunkt erwies sich ihr Arielle-Duett „Küss sie doch“ mit dem bis zum letzten Moment aufgeschobenen Kuss von Dennis LeGree. Der durch die erste Staffel der Casting-Show „Voice of Germany“ bekannter gewordene Soul-Sänger, der auch im Staatstheater Kassel bei „Disco in Concert“ regelmäßig für begeisterte Reaktionen sorgt, verblüffte die Musical-Fans mit einer vollkommen neuen Sicht auf Frankie Avalons „Beauty-School-Dropout“.

Bei der Inszenierung der zum Stammprogramm der Highlights zählenden Grease-Nummern hatte Choreograf Philipp Häggeli zahlreiche erfrischende Wendungen eingebaut. Der nahtlose Übergang von den „süßen Dingern“ zu „Aber bitte mit Sahne“ aus dem Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ gehörte auch dazu. „Mit 66 Jahren“ ging es in die Pause. (ahi)

Mehr lesen in der Montagausgabe in der WLZ.

2851485

Kommentare