Rhena

Buchten beruhigen keine Bundesstraße

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- Korbach-Rhena (tk). Buchten statt „Käse-Ecken“: Vor drei Jahren wurden die langjährigen Provisorien in der Rhenaer Ortsdurchfahrt gegen feste Bauwerke ausgetauscht. Einige Anwohner der Upländer Straße bezweifeln allerdings, ob sie ihren Zweck erfüllen.

Schöner sind sie ja schon, mit Büschen und Bäumen bepflanzt und kleinen rot-weiß gestreiften Schildern markiert. Vor drei Jahren lösten die mit Bordsteinen umrahmten Fahrbahnverengungen in der Rhenaer Ortsdurchfahrt die „Käse-Ecken“ ab.

Etwa 20 Meter vor der ersten Bucht und 300 Meter hinter dem Ortsschild steht das Haus von Christian Wagener. Lkw-Fahrer, die aus Richtung Korbach kommen und die letzte Kurve auf der abschüssigen Strecke genommen haben, können von hier aus zum ersten Mal die lange Ortsdurchfahrt überblicken. „Mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h fahren die wenigsten hier vorbei“, berichtet Wagener.

Wenn ein Autofahrer auf dieser gut zu übersehenden Strecke „kaum oder keinen Gegenverkehr sieht, fährt er genauso schnell, als wenn es keine Hindernisse geben würde“, beobachtet der 83-Jährige schon seit geraumer Zeit. Zusammen mit weiteren Nachbarn macht er sich Gedanken über die Situation. Besonders auffällig sei, dass viele Lkw-Fahrer „volle Pulle hier durchrauschen“. Das könne er zwar angesichts des Zeitdrucks nachvollziehen, der in dieser Branche herrsche. Aber weil sie mit ihren großen Fahrzeugen das „Recht des Stärkeren“ für sich in Anspruch nehmen, überqueren sie oft zu schnell die parallel zu den Buchten verschwenkte Mittellinie. Das führt wiederum häufig dazu, dass entgegenkommende Autofahrer abrupt abbremsen und die Gefahr von Auffahrunfällen heraufbeschwören.

„Die Stadt hat großes Verständnis für die Belastung der Anlieger und achtet auf einen Ausgleich der Interessen. Aber wir sind nun mal nicht alleiniger Herr im Ring. Die Entscheidungsträger sitzen an einem anderen Tisch“, weist Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland auf den grundsätzlichen Zielkonflikt hin. Denn es handelt sich bei der Ortsdurchfahrt, auch wenn sie durch einen Korbacher Stadtteil verläuft, um eine Bundesstraße (B 251). Deshalb könne die Stadt, wenn es um Verkehrsberuhigung geht, nur Vorschläge unterbreiten, Projekte anstoßen oder Anträge stellen, wie jüngst für den Bau einer sogenannten Schlafampel am Zebrastreifen. Bislang verfahre der Bund nach der Devise: „Wir brauchen keine Verkehrsberuhigung, haben aber nichts dagegen, wenn ihr etwas macht und es dann auch bezahlt.“ Mit regelmäßigen, auch verdeckten Geschwindigkeitsmessungen versuche die Stadt zusammen mit der Polizei, Temposünden zu ahnden.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 5. August.

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