Bürgermeister verspricht, Protest ernst zu nehmen

Bürgerinitiative übergibt 924 Unterschriften gegen weitere Windräder in Diemelsee

Diemelsee - 924 Unterschriften, darunter 758 von Diemelseer Bürgern übergeben die Vertreter des „Bürgerforums Naturpark Diemelsee“ am Freitagabend im Vorfeld der Diemelseer Parlamentssitzung in Adorf an Bürgermeister Volker Becker sowie die stellvertretende Parlamentschefin Dr. Beate Schultze (CDU).

Beide versprechen, den Protest gegen weitere Windräder in der Gemeinde – allen voran im Naturpark Diemelsee bei Rhenegge – ernst zu nehmen und bei künftigen Beschlüssen zu berücksichtigen.

Knapp 50 Unterstützer hatten sich am Freitag vor der Gemeindeverwaltung postiert, um ihren Forderungen, die Landrat Dr. Reinhard Kubat bereits in einem offenen Brief mitgeteilt wurden, Nachruck zu verleihen. Sprecherin Adriane Plewka (Adorf) fasst die wichtigsten Punkte der Stellungnahme, die zusammen mit den Unterschriftenlisten weitergegeben wird, noch einmal zusammen: -> Keine Windkraftanlagen im Naturpark Diemelsee, keine weiteren in der Gemeinde, um Mensch und Natur vor Überlastung zu schützen. -> Zurücknahme des Beschlusses zur Änderung des Flächennutzungsplans in Rhenegge.-> „Bringen Sie unsere Stellungnahme in die entsprechenden Planungsverfahren ein.“ Die BI fordert die Weitergabe an das Regierungspräsidium, die Diemelseer Abgeordneten sowie die Bürgermeister der anderen Naturpark-Gemeinden.

„Wir freuen uns auf weitere Gespräche mit Verwaltung und Fraktionen und sind gern bereit, aktiv mitzuarbeiten“, resümiert Adriane Plewka. „Wenn Gesprächsbedarf besteht, haben wir jederzeit ein offenes Ohr“, betont Becker und sagt zu, die Unterlagen weiterzuleiten. Darüber hinaus berichtet Becker, dass die Bürgermeister der Naturpark-Kommunen bei einer Sitzung am Montag bereits klar gestellt hätten, die Energiewende nur im Einklang mit der Natur vollziehen zu wollen. Ein Beschluss über Windenergiegewinnung im Naturpark soll im Oktober gefällt werden. Korbach, Marsberg, Willingen und Brilon haben laut Becker allesamt Flächen im Visier. Für die Flächen bei Rhenegge gelte es, die vom Parlament durch „Prüfauftrag“ geforderten Gutachten abzuwarten, erklärt Becker. „Es ist noch nichts beschlossen.“

„758 Unterschriften aus Diemelsee. Das bedeutet, dass 758 Diemelseer Forderungen ans Parlament stellen. Diese werden in unsere Entscheidungsfindung einfließen“, verspricht Beate Schultze im Namen aller Fraktionen. „Ich würde mich freuen, wenn es öfter Bürgerinitiativen geben würde, die uns bei der Entscheidungsfindung helfen.“

Becker regt sogleich an, das Thema Fracking in der Bürgerschaft zu diskutieren. Er sieht das Trinkwasser durch diese Erdgasfördermethode gefährdet. „In Nordrhein-Westfalen liegt die Genehmigung bereits vor und in Hessen steht sie kurz bevor.“Zurück zur Windenergie: Um die Diemelseer über die Windparks Rhenegge und Martenberg sowie über Repowering zu informieren, kündigt der Bürgermeister eine Bürgerversammlung an. Becker weiß, dass zum Beispiel die am 3. September begonnene öffentliche Auslegung zur Flächennutzungsplanänderung am Adorfer Martenberg zu Irritationen geführt hat. Schließlich drehen sich die zehn Windkraftanlagen dort bereits. „Das Regierungspräsidium hat den Park seinerzeit nach Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigt. Wir haben unsere Planung nun anzupassen und müssen die Kosten dafür tragen“, kritisiert Becker. „Das versteht ein normal denkender Mensch nicht.“ (nv)

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