Korbach: Harmonie statt Streit im Duell

Bürgermeisterwahl: Klaus Friedrich und Martin Dörflinger auf dem Podium

Korbach - Beim ersten Rededuell der Kandidaten ist kein Blut geflossen. Vielleicht auch, weil der Ring politischer Jugend keine rhetorischen Waffen auf dem Podium im Bürgerhaus zugelassen hat.

Die Sitzordnung war symptomatisch: Statt den Platzhirsch und seinen Herausforderer in die Zange zu nehmen, haben sich die beiden Moderatoren Moritz Bäcker und Eric Friedewald von Klaus Friedrich und Martin Dörflinger einrahmen lassen. Wirklich brenzlig wurde es für den amtierenden Korbacher Bürgermeister und den SPD-Kandidaten denn auch nicht auf dem Podium im Korbacher Bürgerhaus.

Wichtige Themen

Dabei hatten die Nachwuchspolitiker vom überparteilichen Ring politischer Jugend (RPJ) durchaus wichtige Themen besetzt: Von Schulden über den demografischen Wandel, bis hin zur zukünftigen Entwicklung der Einkaufsstadt. Doch beim Nachhaken zeigten sich Moderatoren und Publikum ziemlich zahm. Ganz unschuldig waren die beiden Kandidaten an der kuscheligen Diskussion aber auch nicht: Statt die Kontroverse zu suchen, übten sich beide in großer Harmonie. Eckart Hardegen, kommunalpolitisches Urgestein, fragte nach der Debatte provokant: „Kandidieren die eigentlich gegeneinander oder miteinander?“

Tatsächlich waren nur in wenigen Punkten Ansätze von Unterschieden zu entdecken. Zum Beispiel, wenn es um das Minus im Haushalt geht: Dörflinger will noch kräftiger auf die Ausgabenbremse drücken, Friedrich setzt darauf, dass der versiegte Brunnen Conti bald wieder üppig Steuergelder ins Stadtsäckel spült. Oder demografischer Wandel: Der Amtierende will neue Unternehmen nach Korbach locken, um Arbeitsplätze zu schaffen, der Herausforderer will mittelfristig kostenfreie Kindergärten, um jungen Familien das Signal zu geben, dass „es sich lohnt, in Korbach zu wohnen.“

„Haben Leerstandsproblem“

Kontrovers hätte es beim Thema Wirtschaft werden können. Da vermisst Dörflinger eine klare Strategie und widerspricht Wirtschaftsförderer Werner Niederquell: „Wir haben ein Leerstandsproblem.“ Doch auch hier bleibt die Diskussion an der Oberfläche. Zugegeben: Um die beiden Kandidaten bei solchen Themen richtig durch die Mangel zu drehen, bedarf es eines gerüttelten Maßes an kommunalpolitischem Wissen. Und das können die Jugendlichen noch gar nicht haben.

„Junge Familien in Korbach“ ist das Thema der nächsten Podiumsdiskussion mit dem Ring politischer Jugend am 31. März.

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