Korbacher Humboldt-Schule feiert 40. Geburtstag

Bunte Zeitreise durch vier Jahrzehnte

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Korbach - 1972 wurde sie als „Grundschule Südoststadt“ gegründet, gestern hat die Korbacher Humboldt-Schule ihren Geburtstag mit einer Zeitreise durch vier Jahrzehnte gefeiert.

Mit einem Paukenschlag begann die Feier in der Turnhalle: Die Sambistas des Musik-Expresses Volkmarsen ließen es ordentlich auf ihren Trommeln krachen. Eingeladen waren alle Freunde der Humboldt-Schule, ehemalige Schüler und Lehrer, Eltern und Großeltern. In einer Projektwoche von Dienstag bis gestern hatten die 365 Schüler den 40. Geburtstag vorbereitet - gerade mal vier Tage Zeit, um das komplette Programm für die Bühne und weitere Ausstellungen in den Klassenräumen auf die Beine zustellen.

Glitzernde Schlaghosen

Von Abba-Schlagern in glitzernden Schlaghosen bis zu aktuellen Beats plus Baseball-Kappen: Tänze aus vier Jahrzehnten in bunten Kostümen zeigte die Projektgruppe von Janine Naderian. Eine Choreographie zu „Mein kleiner, grüner Kaktus“ hatte die Klasse 3a mit ihrer Lehrerin Claudia Lucaßen einstudiert.

Licht aus, Spot an: Die Hits des Jahres 1972 präsentierte schließlich die Projektgruppe von Silke Kruhm, moderiert von „Ilja Richter“ und „Dieter Thomas Heck“ - und zwar ohne Playback live gesungen. Bei Bata Illics „Michaela“, Loriots „Ich wünsch mir eine kleine Mietzekatze“ oder „Am Tag als Conny Kramer starb“ von Juliane Werding sangen auch viele im Publikum textsicher mit. Die Gruppe „Humboldt-Theater“ unter der Leitung von Anetta Bärenfänger zeigte anschließend noch das Stück „Mit Lilli und ihrem Drachen auf Zeitreise“. Weitere Projekte gab es in den Klassenräumen zu sehen. So hatten die Schüler ein Humboldt-Kochbuch erstellt, die beliebtesten Ausflugsziele der Schule in den vergangenen 40 Jahren ermittelt oder sich mit Kinderserien früher und heute beschäftigt.

Unter dem Arbeitstitel „Grundschule Südoststadt“ ist die Humboldt-Schule 1972 gegründet worden. Erst ein Jahr später wurde sie nach dem Naturforscher, Geologen und Geografen Alexander Freiherr von Humboldt und dem Gelehrten und Staatsmann Wilhelm von Humboldt benannt.

Das Gebäude war für 600 Schüler konzipiert, hatte 16 Klassenräume, eine Vorschulklasse sowie Werkraum, Bücherei und Mehrzweckraum. Erster Schulleiter war Hans Willems. 1981 übernahm Gudrun Limperg die Schulleitung, seit 2009 ist Ute Moldenhauer Schulleiterin. „Der erste Spatenstich 1971 war goldrichtig“, sagte Moldenhauer gestern in Anspielung auf das Motto der Kreisstadt. Das Kürzel „HBS“ für Humboldt-Schule interpretierte sie als „Helfen, Bilden, Stärken“.

Die Schule habe schon früh Schwerpunkte gesetzt, beispielsweise seit der Gründung systematisch ein Sprachförderungskonzept aufgebaut. Schon 1989 kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs habe es dann erste Deutschkurse für Aussiedler gegeben, sagte Moldenhauer. Bereits 1986 habe die Schule eine behinderten Schülerin integriert. Seit 2003 biete die Humboldt-Schule ein freiwilliges Ganztagsangebot an.

Ganztagsangebot ausbauen

Als Ziele für die nahe Zukunft peilte die Schulleiterin unter anderem das Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule“ und einen Klassensatz Laptops an. „Wir wollen außerdem in die nächste Stufe der offenen Ganztagsschule aufgenommen werden.“ Damit kann die Schule das feste Nachmittagsangebot von drei auf fünf Tage ausbauen.

„Die Humboldt-Schule ist in vielen Bereichen ein Vorreiter“, sagte Landrat Dr. Reinhardt. Derzeit sei sie die einzige Grundschule mit Förderstufe im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Die Schule habe einen guten pädagogischen Ruf erarbeitet und in den vergangenen vier Jahrzehnten behauptet, sagte Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich. Unter den Gratulanten war auch Schulamtsdezerentin Uta Opper-Fiedler, die Glückwünsche des Elternbeirats und des Fördervereins richteten Alexandra Bödefeld und Dr. Ute Richter aus.

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