Dekorativ, ökologisch wertvoll und günstig: Stadtgärtner Gerd Schürmann lässt Korbach blühen

Buntes Blumenmeer am Straßenrand

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Bauhof-Chef Friedhelm Schmidt und Stadtgärtner Gerd Schürmann im Wiesenblumenbeet an der Moersstraße.

Korbach - Flower-Power in Korbach: Ein Pilotprojekt der Stadtgärtner erfreut derzeit Einwohner und Gäste. An vielen Stellen in der Hansestadt blühen kunterbunt verschiedene Sommerblumen.

Stadtgärtner Gerd Schürmann schaut zufrieden auf das Ergebnis seiner Arbeit: farbenprächtig steht es in Form von rotem Klatschmohn, anmutigen Schönmalven, gelben Ringelblumen oder blauen Kornblumen an den Straßenrändern der Hansestadt. Die Blütenpracht ist dekorativ, ökologisch wertvoll und nebenbei spart die Stadt auch noch einen Batzen Geld, weil sie einfach zu pflegen ist. An acht Standorten testet Gerd Schürmann in diesem Jahr drei verschiedene Wiesenblumenmischungen.

Standfeste Blütenpracht

Die rauen klimatischen Bedingungen in Korbach stellen schon gewisse Ansprüche an die Pflanzen: „Sie müssen Standfestigkeit bei schlechter Witterung beweisen“, erklärt Schürmann. Und weil der Frühling in „Hessisch Sibirien“ recht spät sein blaues Band flattern lässt, dürfen sie auch nicht allzu spät in Blüte stehen. Denn der Stadtgärtner weiß: Nur was deutlich blüht, kommt an.

Wegen der Verkehrssicherheit sei es auch wichtig, dass die Mischungen relativ niedrig wachsende Pflanzen enthielten, sagt Schürmann. Im Frühjahr wurden die Mischungen erstmals gesät. Abgesehen davon, dass die Saat nicht teuer sei, bräuchten die Pflanzen auch „nahezu keine Pflege“, so Schürmann. Zudem würden die Blumen dafür sorgen, dass kaum noch Unkraut durchkommt. Anders als viele andere Städte, die mit Wiesenblumen-Mischungen experimentieren, hat sich Korbach für einjährige Blumen entschieden. „Die sind nach einem Jahr wieder weg und müssen neu gesät werden“, sagt der Stadtgärtner.

Mehrjährige Blumen hätten sich indes als pflegeintensiv erwiesen: „Zum einen verschwindet im nächsten Jahr ein großer Teil der Arten wieder, zum anderen mischen sich Wildkräuter dazwischen, die man nicht haben will“, erklärt Schürmann. Aufwendiges Unkrautzupfen wäre die Folge.

Nahrung für Bienen

Die Wildblumenwiesen bieten nicht nur mehr fürs Auge, sie sind auch gut für die Umwelt: „Die Mischungen sind ökologisch hochwertig, weil sie die Nahrungslücke im Hochsommer für Bienen decken“, sagt Schürmann. Die Pflanzenvielfalt soll den Insekten mehr Nahrung bieten - und sie damit fitter für den Überlebenskampf machen. Denn der Nahrungsmangel macht Bienen im Sommer für Krankheiten und Parasiten anfällig. Den großen und kleinen Brummern scheint es jedenfalls zu schmecken, was Schürmann ihnen auftischt: Hummeln und Bienen summen zahllos auf den bunten Flecken von Blüte zu Blüte.

Eine weitere Bewährungsprobe hat das Pilotprojekt des Stadtgärtners ebenfalls schon bestanden: „Wir haben positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung bekommen“, sagt Friedhelm Schmidt, Leiter des Bauhofs, zu dem die Stadtgärtner gehören. Anfänglich sei eine gewisse Skepsis dagewesen, doch die sei sofort verflogen, als die ersten Blüten zu sehen gewesen seien.

Mit ihrem stadtgärtnerischen Konzept trifft die Stadt offenbar schon seit Jahren den Nerv. Die bunte Blumenpracht kommt beim Bürger und bei Gästen gleichsam gut an: „Wir bekommen fast wöchentlich E-Mails mit Lob“, sagt Bauhof-Leiter Friedhelm Schmidt nicht ohne Stolz.

Viele bunte Tupfer

„Lasst Blumen sprechen!“ Mit diesem Slogan warb der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber 1922 zum ersten Mal. In Korbach hat er noch heute Gültigkeit. „Unser Ziel ist, die Stadt möglichst vielfältig zu gestalten“, sagt Schürmann. Blumenampeln an den Straßenlampen, aufwendig gestaltete Mittelinseln von Kreisverkehren, Kübel in der Fußgängerzone, viele kleine in der Stadt verstreute Fleckchen und natürlich der Stadtpark sorgen für bunte Tupfer in der Stadt - und ein Stück Lebensqualität. „Dafür sind zwölf Mitarbeiter des Bauhofs im Einsatz“, sagt Stadtgärtner Schürmann.

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