Schülertransport mit neuem Konzept sicherstellen

Buslinien für Vöhler Schüler beibehalten

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Vöhl - Umfang und Qualität des Schulbusverkehrs in der Gemeinde Vöhl dürfen sich nicht verschlechtern, wenn die Bahn wieder zwischen Korbach und Frankenberg fährt. Ein schlüssiges Konzept zum Schülertransport fordert daher die CDU-Fraktion. Der Antrag wurde am Montag einstimmig beschlossen.

Mit dem Antrag wird die Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) als Verkehrsdienstleisterin für den Schülertransport im Landkreis aufgefordert, bis Ende Januar 2015 ein Konzept zu erarbeiten und es der Gemeindevertretung vorzustellen. Dafür sollen sich die EWF-Fachleute mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV), der Kurhessenbahn und der Leitung der Ederseeschule abstimmen. Unbedingt sicherzustellen sei, dass durch einen künftig „eingeschränkten Busverkehr als Folge der Reaktivierung der Bahnlinie keine Verlagerung der Mobilität zum Anrufsammeltaxi (AST) erfolgt“. Dies würde die Gemeinde aufgrund der dafür üblichen Kostenverteilung zusätzlich belasten, sagte Christdemokrat Karl Brüne bei der Begründung des Antrags in der Gemeindevertretersitzung am Montag.

Wie sein Fraktionskollege Hermann Kubat weiter ausführte, müsse auch in Zukunft gewährleistet sein, dass von Bushaltestellen in Dorfitter und Thalitter morgens zu zwei verschiedenen Zeiten das Schulzentrum in Korbach wie auch die Ederseeschule in Herzhausen angefahren wird. Man befürchte auch, so Kubat weiter, dass nach der Reaktivierung der Bahnlinie die Schüler der Ederseeschule nicht mehr mit dem Bus direkt an die Schule, sondern mit dem Zug zum Bahnhof Herzhausen gebracht werden. Der Fußweg, der dann über die Bundesstraße führen würde, stelle ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar.

Axel Großmann (FWG) berichtete zudem von Hinweisen, nach denen die Buslinie 555, mit der viele Schüler aus Dorfitter zu den nahen Korbacher Schulen gebracht werden, eingestellt werden soll. Heinrich Heidel (FDP) wies darauf hin, dass auch ein Rund-Busverkehr innerhalb der Großgemeinde mit in das Konzept gehöre, um die Verbindung zwischen Vöhler Grund- und der Ederseeschule zu stärken. Er schlug vor, dass die EWF-Verkehrsplaner bereits an den nächsten Beratungen in den Ausschusssitzungen teilnehmen sollten.

Volker König (SPD) signalisierte die Zustimmung seiner Fraktion zum Antrag, kritisierte aber die von der CDU vorgetragene Begründung scharf. Mit Behauptungen, die jeder Grundlage entbehrten, würden „Ängste geschürt“, um das Bahn-Projekt zu diskreditieren, so König: „Die Landratswahl lässt grüßen.“ Seiner Ansicht nach habe es bei den bisherigen Informationsveranstaltungen die klare Aussage gegeben: Der Schülertransport werde von der Reaktivierung der Bahnlinie nicht betroffen sein. Ein schlüssiges, mit allen Beteiligten abgestimmtes Konzept zu erarbeiten, sei jedoch unabhängig davon ein unterstützenswertes Anliegen, sagte König.

Von Thomas Kobbe

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