Korbach

Cannabis angebaut -Bewährungsstrafe

- Korbach (resa) . Weil er eine Hanfplantage auf seiner Terrasse in einem Vöhler Ortsteils eingerichtet hatte, wurde ein 36-Jähriger am Dienstag vor dem Korbacher Amtsgericht zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Im Juli 2010 hatte die Polizei bei dem einschlägig Vorbestraften vor der Tür gestanden. „Es roch stark nach Hanfpflanzen“, erzählte der Hauptkommissar im Zeugenstand, „und wir haben sofort Pflanzen und Zöglinge entdeckt“. In zwei kleinen Gewächshäusern fand die Polizei zwischen Gurken und Tomaten insgesamt 51 Hanfpflanzen. „Wir hatten einen anonymen Hinweis bekommen“, erklärte der Korbacher Hauptkommissar.

Offenbar hatte sich ein Familienvater Sorgen gemacht und einen Brief an die Polizei geschrieben. „Ich habe Hanf nur für meinen Eigenbedarf angepflanzt“, ließ der Angeklagte vor Gericht von seinem Anwalt erklären. Tatsächlich war der 36-Jährige bereits in der Vergangenheit aufgefallen, als er gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen hatte. 1989 war er wegen der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln verurteilt worden, ein Jahr später stand er deswegen erneut vor Gericht und 2000 wurde er wegen Besitzes von Betäubungsmitteln wieder verurteilt. Ob es mal einen Therapieversuch gegeben habe, fragte der vorsitzende Richter Wolfgang Damm. Den habe es nie gegeben, erklärte der Angeklagte.

Stattdessen hatte er begonnen, sein eigenes Cannabis anzubauen. Die Qualität des Hanfs sei sehr schlecht gewesen, erklärte der Verteidiger – „ungeeignet, um in einen Rauschzustand zu kommen“. Es sei also keine große Gefahr von dem Angeklagten ausgegangen.

Vor allem eine Frage galt es vor Gericht aber noch zu klären: Hatte der Angeklagte auch mit dem Cannabis gehandelt? Denn zwischen den Drogen hatte die Polizei auch zwei Schachteln mit Geld gefunden: 200 Fünf-Euro-Scheine und 169 Zehn-Euro-Scheine lagen säuberlich geordnet und sortiert zusammen. Dazu wolle er keine Aussage machen, ließ der Angeklagte durch seinen Anwalt verkünden.

„Wir haben auch weder Waage noch kleine Tütchen gefunden“, erklärte der Hauptkommissar auf die Nachfrage des Richters. Nichts also, außer des Geldes, was auf Handel hätte hindeuten können. „Die Beweise dafür, dass der Angeklagte auch mit Hanf gehandelt hat, reichen nicht aus“, stellte Richter Damm am Ende fest und verurteilte den Angeklagten wegen des Anbaus zu einer Geldstrafe von 1500 Euro und einer Bewährungsstrafe von drei Monaten.

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