Förderverein lädt Ende Juni zum zweiten Musik-Event „Rock am Ringhof“ ins historische Gemäuer ein

„Cazara“ rockt das Flechtdorfer Kloster

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Schon bei der Premiere von „Rock am Ringhof“ hat „Cazara“ Lichteffekte eingesetzt, dieses Jahr soll die rund vierstündige Bühnenshow noch ausgefeilter werden.Foto: pr

Diemelsee-Flechtdorf - Wo einst Mönche des Benediktiner-Ordens wandelten, geht in vier Wochen die Post ab: „Cazara“ rockt das Kloster.

Andächtiges Beten und stille Mediation hinter dicken, altehrwürdigen Klostermauern? Das ist am Samstag, 28. Juni, weniger angesagt. Stattdessen wummern abends im Hof die Bassboxen zu forschen Beats und wimmernden Gitarren: Das Musik-Spektakel „Rock am Ringhof“ erlebt im einstigen Benediktiner-Kloster seine zweite Auflage, wieder bietet die heimische Live-Band „Cazara“ ein Konzert der Extraklasse, das durch genau choreografierte Lichteffekte in der historischen Kulisse zu einem besonderen Erlebnis wird.

Kloster mit Leben füllen

Der Förderverein fürs Kloster lädt wieder zu „Rock am Ringhof“ ein. Schließlich will er nicht nur die alten Gebäude an der romanischen Kirche vorm Verfall retten, er will das kunsthistorisch auch überregional bedeutsame Gebäude-Ensemble wieder mit Leben füllen: Ein „Kloster-Forum“ soll entstehen, eine Begegnungsstätte für Jung und Alt, in der Meditation im „Raum der Stille“ eben so möglich sein soll wie das gemeinsame Feiern - und das wird beim Open-Air-Konzert am 28. Juni auch ausgiebig zelebriert. Der Vereinsvorsitzende Helmut Walter hofft, dass wie im vergangenen Jahr mindestens 300 Besucher kommen. Er ist zuversichtlich, denn trotz des regnerischen Wetters und nur zehn Grad „Wärme“ waren die Musikfans von der Premiere begeistert, „Es hat sich herumgesprochen, dass es schön war, dass es etwas zu hören und zu sehen gab“, sagt Walter.

Und in diesem Jahr wird die etwa vierstündige Bühnenshow mit 45 Cover-Songs noch ausgefeilter, das versprechen der „Cazara“-Manager Dirk Wilke und der musikalische Leiter Thomas Schwill. Das Programm sei „durchdesigned“.

Idee schon 2011 entstanden

Die Idee zu „Rock am Ringhof“ ist schon 2011 entstanden. Da waren die Lelbacher Musiker Thomas Schwill, Georg Lungwitz und Eberhard Jung mit der Pfarrerin Claudia Frank in der Klosterkirche und dem angrenzenden Hof des einstigen Kreuzgangs aufgetreten. Schon damals waren die alten Mauern stimmig beleuchtet. „Wir waren uns schnell einig, dass wir das wiederholen, aber auch mal etwas für die Jugend anbieten wollten“, berichtet Walter - über Schwill kam der Kontakt zu „Cazara“ zustande.

Die Live-Band entstand 2010, sie spielt seit Mitte 2013 in der jetzigen Besetzung. Die sieben Musiker bieten nach eigener Aussage „audiophile Livemusik vom Feinsten“. Das Altersspektrum der professionellen und halbprofessionellen Musiker reicht von 28 bis 60 Jahren. Sie haben weit gestreute musikalische Vorlieben und Hintergründe. Heraus kommt ein breit gefächertes Repertoire mit einer Mischung aus Rock, Soul, Pop, Blues, Jazz und Klassik-Rock-Fusion. Die Musiker bringen die größten Hits von den 60er-Jahren bis zu aktuellen Chart-Hits auf die Bühne.

Unter die Haut gehende Vocals liefern die Frontleute Anna Kesper, Tommy Fischer und Thomas Schwill, der auf der Bühne neun Instrumente spielt. Nicht nur Pink Floyds „The Wall“ soll in Flechtdorf originalgetreu zu hören sein, Frontsängerin Anna interpretiert auch Stars wie Adele, Tina Turner, Alannah Myles oder Lucie Silvas.

„Handgemachte Musik“

Die „Backline“ der Band besteht aus Klaus Kesper „Kanzler“ an der Gitarre, Volker Ashauer am Bass, Klaus Kesper „Langen“ an den Keyboards und André Schneider am Schlagzeug. Alles wird professionell und live gespielt, ohne elektronische Einspieler. „Was wir präsentieren, ist handgemachte und zutiefst packende Musik“, sagt Wilke. Geboten würden „grundehrlicher Rock, tiefschwarzer Soul und zu Tränen rührende Balladen“. Auch Klassik-Stücke werden mit Rock gemischt zu einer neuen Klangkreation. So soll in Flechtdorf auch die weltberühmte Arie „Nessun Dorma“ aus der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini erklingen - aber auch der Chart-Hit „Some Nights“ von „Fun“, „Mama Told Me Not To Come“ von Tom Jones, „Hallelujah“ von Leonard Cohen oder „Miami 2017“ von Billy Joel. „Diese Bandbreite sucht ihresgleichen“, sagt Wilke. „Alles steht mit dem Kloster in Verbindung.“ Außerdem werde „Cazara“ Gäste mitbringen - wen? Das soll eine Überraschung werden.

Fünfstimmiger Satzgesang

Mit elektrischen und akustischen Gitarren, Bass, Saxofon, Keyboards, Blues Harp, Mandoline, Akkordeon, Banjo, Fiddle, Tin Whistle und Percussion wollen die Musiker den Originalcharakter ihrer Coversongs auf die Bühne bringen. Markenzeichen der Formation sind ein bis zu fünfstimmiger Satzgesang und der charakteristische „Cazara-Sound“. Die Setlist umfasst mehr als 90 Stücke, aus denen jedes Konzert individuell zusammengestellt wird.

„Cazara“ tritt im Kloster mit einer aufwendig produzierten und auf das Konzertprogramm abgestimmten Licht- und Effektshow auf, die den Hof mit seinen historischen Mauern in eine andere Welt verwandeln soll. Bereits beim ersten Konzert 2013 seien die Reaktionen und die Begeisterung der Zuhörer überwältigend gewesen, betont Wilke, „wir haben eine unglaubliche Resonanz erhalten“. Darauf setzt er auch 2014. „Wir freuen uns unheimlich, wieder hier zu sein.“

„Der Förderverein und die Flechtdorfer haben erkannt, was für ein unheimliches Juwel das Kloster ist“, sagt Schwill. Deshalb unterstützt er Walters Vorsatz: „Da muss Leben rein!“

Wie bei der Premiere ziehen auch wieder die Flechtdorfer Vereine mit - vom Kassendienst bis zum Würstchenbraten und dem Getränkeverkauf führen sie die Regie. „Das ist das Schöne, dass alle gern mitmachen“, sagt Walter strahlend. Immerhin 45 Leute seien im Vorjahr im Einsatz gewesen. Und vom Wetter Ende Juni lässt er sich nicht schrecken: „Das klappt schon!“

Einlass ab 20 Uhr

Einlass ins Kloster ist ab 20 Uhr, der Konzertbeginn gegen 21.30 Uhr. Der Eintritt kostet zwölf Euro, ermäßigt sechs Euro. Karten im Vorverkauf gibt es bei der Diemelseer Tourist-Info und bei der WLZ.

„Cazara“ steht außerdem beim Korbacher Altstadt-Kulturfest am Sonntag, 6. Juli, ab 12 Uhr auf der Bühne des Weindorfes. Und der Förderverein fürs Kloster plant bereits ein Open-Air-Kino am 18. August, aufgeführt wird wahrscheinlich der Mittelalter-Film „Der Medicus“.

Weitere Informationen zum Event gibt es unter www.kloster-flechtdorf.de oder www.cazara.de im Internet. (r/-sg-)

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