Willingen

Chöre zeigen musikalische Vielfalt

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- Willingen (ahi). Aus Anlass seines 130-jährigen Bestehens war der Männergesangverein „Concordia“ Willingen Gastgeber beim Upländer Bezirkssingen.

„Hits aus den Siebzigern und Achtzigern“ war das Motto bei diesem Konzert. Etliche Chöre öffneten das Zeitfenster auch ein bisschen weiter. So setzte der MGV Eimelrod mit seiner nachdenklichen Version von „Blowin in the Wind“ kurzerhand ein Geburtstagsständchen für Bob Dylan aufs Programm. Die „Eintracht“ aus Usseln wagte bei ihrem Tänzchen mit dem „Mann im Mond“ einen Sprung in die Neunziger und setzte einen heiteren Schlusspunkt unter eine rundum gelungene Veranstaltung. Einziger Wermutstropfen war das erstmalige Fehlen der Sängerfreunde aus Schwalefeld im Programm, wobei Bezirksvorsitzender Karl Friedrich Trachte von Bemühungen berichtete, dass auch in Schwalefeld bald wieder gesungen wird.

Ihre Sache gut gemacht hat auf jeden Fall die „Concordia“ aus Willingen. Der gastgebende Chor unter der Leitung von Nikolaus Schröder eröffnete das Programm mit einem musikalischen Geburtstagsmenü nach Maß, das keine Wünsche offen ließ. Mit dem eindringlich gesteigerten „You’ll never walk alone“ von Rodgers/Hammerstein bot der gemischte Chor ebenso ganz großes Gefühlskino wie mit Elton Johns inzwischen zu Musicalehren gelangtem Soundtrackhit „Can you feel the love tonight“. Mit rhythmischen Anklängen an die Gitarre eines Straßenmusikers gestaltete der Männerchor die Ballade um die mildtätige Dona Maria und ließ den Namen der Gönnerin am Ende jeder Strophe mit zartestem Tenorhauch verklingen. Zum Abschluss vereinigten sich beide Chöre zu „Bella, bella Donna“ von Italiensehnsuchtsspezialist Gerhard Winkler (Ja, der Chianti-Wein), der diesen Hit einst Peter Alexander auf die Stimmbänder komponiert hatte.

Die Namensvettern aus Eppe hatten ihren inhaltlichen Schwerpunkt auf Volkslieder gelegt und gerade bei „Heimat“ gelangen den Männern herrliche Sehnsuchtstöne und ein schöner, schwermütiger Ausklang ihres Auftritts. Dirigentin Carmen Lindemann blieb gleich am Pult, und ihre „Aartalstimmen“ hielten sich mit einem rhythmisch gegen den Strich gebürsteten Arrangement von Reinhard Meys „Über den Wolken“ und Nicoles Grand-Prix-Siegerlied „Ein bisschen Frieden“ voll an die thematische Vorgabe. Dabei erwiesen sich die Damen aus Eppe und Nieder-Schleidern als anschaulicher Beweis für die Glücksgefühle, die das gemeinsame Singen im Chor bei allen Beteiligten hervorbringt: Ein befreites und gelöstes Lächeln lag auf den Gesichtern der Sängerinnen, während der letzte Ton verklang.

Der MGV Eimelrod ließ auf Bob Dylans Wind noch Wellen folgen und beendete seinen Auftritt mit einem sanft wiegenden „Alo-Ahe“. Mit der „Liedertafel“ Schweinsbühl zog es Dirigent Rüdiger Pfankuche dagegen in die Lüfte: zu einer von jugendlicher Zuversicht getragenen Interpretation von Tom Astors „Junger Adler“.

Auch Christoph Lamm hatte mit dem MGV Rattlar einen Hit des Countrysängers aufs Programm gesetzt, und die Sänger stimmten denn auch begeistert die Hymne an die Freundschaft an: „Freunde holen dich auch aus der Hölle“. – „Tränen lügen nicht“ von Michael Holm war der mottogerechte Beitrag der „Eintracht“ aus Usseln, die Dirigent Georg Lungwitz einmal mehr auf höchstes Niveau getrimmt hatte. Insbesondere das humorvolle Wechselspiel zwischen Bass, Tenor und Bariton beim „Mann im Mond“ erwies sich als heiteres Hörvergnügen.

Nach dem Eröffnungsprogramm der Gastgeber ehrte Bezirksvorsitzender Karl Friedrich Trachte einige Sänger für langjährige aktive Mitgliedschaft: für 60 Jahre Anton Butterweck, Helmut Hellwig und Franz Vollmer (alle MGV „Concordia“ Eppe); für 50 Jahre Heinz Wilhelm Hellwig (MGV „Concordia“ Willingen); für 40 Jahre Manfred Göbel (MGV Rattlar), Gerd Wilke und Hans Rohde (beide Gesangverein Eimelrod); für 25 Jahre Thomas Diez (MGV Eimelrod), Ralf Heine (MGV „Eintracht“ Usseln). Bürgermeister Thomas Trachte überreichte zudem Erich Schnieder und Axel Kesper von der „Concordia“ Willingen die Ehrenamtscard des Landes Hessen.

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