Korbach

Conti-Reifenwerk voll ausgelastet

- Korbach (lb). Die Reifenproduktion brummt, die Lager sind leer: Das Korbacher Continental-Werk kommt mit der Herstellung kaum der Nachfrage hinterher.

„Wir sind ausverkauft“, sagte Dr. Hans-Joachim Nikolin in einem Pressegespräch nach der Betriebsversammlung im Korbacher Reifenwerk. Das Vorstands-Mitglied ist im Konzern für den Bereich Nutzfahrzeugreifen zuständig, zu dem auch die Industriereifenproduktion in Korbach gehört. Rund 600 000 Vollgummireifen sollen in diesem Jahr das Werk verlassen. 150 Mitarbeiter sind derzeit in dieser Sparte beschäftigt. „Wir haben jetzt ein höheres Niveau erreicht als vor der Krise“, sagte Werksleiter Lothar Salokat.

Investitionen in mehr Effizienz sollen in diesem Jahr Standort und Beschäftigung im Bereich Industriereifen weiter sichern. Eine für das Frühjahr geplante Erneuerung der Produktion ist wegen der Vollauslastung allerdings auf das Jahresende verschoben. Der nötige Produktionsstopp hätte zu Engpässen geführt. „Der Markt boomt, wir schaffen es zurzeit nicht, einen Bestand aufzubauen“, sagte Nikolin.

Geplant ist, die Walzwerke durch vier sogenannte „Extruder“ zu ersetzen. In diesen Spritzgießmaschinen wird die Gummimischung durch Düsen gespritzt und erhält dadurch ihre Form. Vorteil: Der Energieverbrauch ist deutlich niedriger, außerdem lassen sich verschiedene Mischungen schneller wechseln, die Produktion wird flexibler. Einer Investition von 1,7 Millionen Euro stehen laut Salokat jährliche Einsparungen von 800 000 Euro gegenüber.

Auch die übrigen Sparten haben sich optimistische Produktionsziele gesetzt: Im Bereich Pkw-Reifen hängt die Messlatte bei 10,9 Millionen Stück zum Jahresende. Rund 10 000 Fahrradreifen und 800 Motorradreifen stellt das Korbacher Werke aktuell pro Tag her.“Damit haben wir auch dort weitere Kapazitäten geschaffen“, so Salokat.Ulrich Spitzer, Geschäftsführer bei ContiTech, meldet gar einen neuen Rekord seit Firmenbestehen: „Wir stellen derzeit 196 000 Meter Schläuche pro Tag im Durchschnitt her.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 14. April

Kommentare