Wahrzeichen Korbachs schrumpft von 80 auf 62 Meter

Conti-Schornstein wird saniert und 18 Meter kürzer

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Der Conti-Schornstein wird saniert und 18 Meter kürzer. In diesen Tagen haben erste Arbeiten mit dem Gerüstbau und dem Anbringen von Sicherheitsnetzen begonnen.

Er ist eines der Wahrzeichen Korbachs: Der 80 Meter hohe Schornstein der Firma Continental ist zwar seit 2009 außer Betrieb, dennoch prägt er nach wie vor das Bild der Stadt. Damit das so bleibt, wird der Schornstein nun von innen saniert, damit er auch in Zukunft sicher und standfest ist. In einem weiteren Schritt wird das Bauwerk dann auch noch um 18 Meter gekürzt.

Der Conti-Schornstein schrumpft: Aus 80 werden 62 Meter. Grund: Die in dieser Woche gestarteten Sanierungsarbeiten machen es nötig. „Wir gehen davon aus, dass sich die Menschen auch an den kürzeren Schornstein gewöhnen werden“, sagt Continental-Werkleiter Lothar Salokat, der im Gespräch mit unserer Zeitung erläutert, warum eines der Wahrzeichen der Stadt an Länge verliert. „Der Schornstein wurde 1922 erbaut. Wegen veränderter Nutzungen mit Koks, Schweröl und Gas musste er in den 1960er-Jahren verlängert werden“, sagt Salokat. Mit Blick auf die Sanierung sei es schwierig gewesen, nur mit Fundamentsverstärkungen die weitere Standfestigkeit des Bauwerks herzustellen. „Das wäre sehr aufwändig und teuer gewesen. Daher haben wir uns entschlossen, den Schornstein um 18 Meter abzutragen, um so die weitere Standfestigkeit für die nächsten 20 bis 25 Jahre zu erreichen“, berichtet der Werkleiter. 

Salokat weist darauf hin, dass bei allen Überlegungen der Erhalt des Bauwerks an erster Stelle gestanden habe. Auch wenn es seit 2009, nachdem das damals neu errichtete Conti-Kraftwerk reibungslos seinen Dienst tat, in keiner Weise mehr genutzt wird und stillgelegt ist, hat es für Continental einen besonderen Stellenwert. „Der Schornstein gehört zum Unternehmen und zur Stadt Korbach einfach dazu. Es würde etwas fehlen, wenn wir ihn komplett abreißen würden“, sagt der Werkleiter. Gerade der Wassertank, der natürlich erhalten bleibe, mache die besondere Optik des Schornsteines aus. 

Begonnen hat die Sanierung des Schornsteines in dieser Woche mit Gerüst- und Sicherungsarbeiten. Als nächstes wird die so genannte Schamottschicht, also das Innenleben des Schornsteins, das aus feuerfestem Stein besteht, abtragen. „Die Schamottschicht muss man sich als doppelschaliges Mauerwerk vorstellen, das sich im Innern des Schornsteines befindet. Es wird auch nach innen durch eine Öffnung entsorgt, ohne dass es zu Lärm- oder Geruchsbelästigungen für die Nachbarn des Continental-Werks kommt“, berichtet der Leiter Werktechnik Fritz Viering.

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