Korbach

Continental schraubt Kapazitäten hoch

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- Korbach (lb). Conti macht Dampf: Das Korbacher Reifenwerk will die Produktionskapazitäten von derzeit 34 500 Reifen pro Tag bis 2013 auf 36 500 Reifen erhöhen.

Um der weiter steigenden Nachfrage nachzukommen, investiert der Marktführer Continental umfangreich in die weltweiten Reifenwerke. Allein in Korbach hat der Konzern in diesem Jahr 27 Millionen Euro ausgegeben. „Das ist mit Abstand die größte Investitionssumme seit vielen Jahren“, sagt Werksleiter Lothar Salokat. Weitere zehn Millionen Euro sind für 2012 eingeplant. Insgesamt wird der Konzern laut einer Pressemitteilung von Vorstandsmitglied Nikolai Setzer in den kommenden Jahren weltweit über eine Milliarde Euro in neue Produktionsanlagen stecken.

Das Korbacher Werk wird zum Jahresende aller Voraussicht nach das angepeilte Ziel von rund 10,9 Millionen hergestellten Reifen erreichen. Ein Drittel davon sind Winterreifen, deren Produktion derzeit noch auf Hochtouren läuft. Erst Ende November soll laut Salokat mit dem Bau von Sommerreifen begonnen werden. Auf Hochtouren geht es auch im kommenden Jahr weiter: „Wir hoffen, die Zahl von elf Millionen Reifen in 2012 zu überschreiten“, so der Werksleiter. Die Aussichten sind gut, die Auftragsbücher gut gefüllt. Mindestens bis zum Sommer werde die Produktion auf gleichem Niveau weiterlaufen, sagt Salokat: „Das nächste halbe Jahr ist schon weitestgehend fixiert. Das gilt für alle Bereiche – Pkw-, Industrie- und Zweiradreifen.“

Um die Kapazitäten weiter nach oben schrauben zu können, lässt Conti innerhalb der nächsten Monate 22 zusätzliche Vulkanisationspressen und weitere Reifenbaumaschinen aufstellen. In der Sparte Industriereifen werden außerdem die Walzwerke durch vier sogenannte „Extruder“ ersetzt. Ihr Vorteil: Der Energieverbrauch ist im Vergleich deutlich niedriger, außerdem lassen sich verschiedene Mischungen schneller wechseln, die Produktion wird flexibler. Die neue Anlage soll zum Jahreswechsel eingebaut werden. Insgesamt 1,5 Millionen Euro investiert Conti allein in die Zweiradreifen-Fertigung: hier steht bereits eine neue Extrusionsanlage, im kommenden Jahr folgen neue Gewebeschneidemaschinen. Die Nachfrage nach hochwertigen Fahrradreifen sei zurzeit gut, erklärt Salokat.

Parallel zum Ausbau der Kapazitäten bereiten sich die Korbacher Reifenbauer auf eine neue Regel der Europäischen Union (EU) vor: Ab 1. Juli 2012 müssen Autoreifen Labels tragen, die, ähnlich, wie man es von Haushaltsgeräten kennt, Auskunft über die Energieeffizienz der Pneus geben. Ab 2013 schließlich dürfen alle Neuwagen nur noch mit neu zu entwickelnden Spritsparreifen ausgestattet werden.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 28. Oktober

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