Korbach: Robert Pohlmanns Weg vom Schlosserlehrling zum Leiter der Werkstechnik

Contis Technikchef nimmt Abschied

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- Korbach. (jk). Er ist ein Tüftler, der seinen Beruf von der Pike auf gelernt hat – Robert Pohlmann. Nach zehn Jahren als Chef der Conti-Werkstechnik geht der Mengeringhäuser Ingenieur zum Jahresende in den Ruhestand.

Hektiker sind an Maschinen schlecht zu gebrauchen. Hier geht es um kühlen Kopf, tiefe Durchdringung der Arbeitsprozesse und die Gabe, aus Ideen auch funktionierende Technik zu erzeugen. Robert Pohlmann ist mit diesen Attributen gesegnet. Und sie waren die Grundlage, als Pohlmanns Karriere vor über 47 Jahren im Korbacher Conti-Werk begann. Im April 1964 fing der junge Mengeringhäuser als Betriebsschlosser-Lehrling bei Conti an. Manfred Rumler, damals Leiter des Conti-Standorts in Arolsen, hatte den jungen Mann aus der Mengeringhäuser Ölmühle offenbar für Conti begeistert.

Robert Pohlmann war schon als Junge ein Tüftler, dessen Begabung in der kleinen Landwirtschaft der Eltern gefragt war. So erinnert sich Pohlmann noch gut an seine „erste Innovation“: Am Waldrand draußen in Mengeringhausen hatten die Pohlmanns einen Brunnen. Mit einer umfunktionierten Pumpe und einem Vorratsbehälter modernisierte er die Wasserversorgung fürs Haus. „Mein erster Schritt zur Hydraulik“, schildert Pohlmann heute schmunzelnd. Nach verkürzter Lehre sattelte er an der Ingenieursschule in Kassel ein Maschinenbaustudium drauf. Es folgte der Grundwehrdienst, 1972 ging Pohlmann als junger Konstruktionsingenieur zurück zu Conti. Rund 1650 D-Mark brutto waren das Anfangsgehalt.

Maschinen für den Reifenaufbau wurden sein Metier, und damals gab es noch Zeit und Raum für Konstruktionszeichnungen in Handarbeit. Das sollte sich in den 1980er-Jahren rasant ändern. Pohlmann brachte seinen privaten Computer erstmals mit ins Werk – damals ein Wunderwerk der Technik. Fortan gab es in Pohlmanns Abteilung elektronische Tabellenkalkulation als wahre Innovation. Im technischen Betrieb gab Pohlmann in jenen Jahren die Impulse, um die Produktion von Industriereifen (Vollgummi) 1987 gründlich zu modernisieren – und am Standort Korbach zu halten.

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