Unternehmen verzeichnet Umsatzplus von 3,6 Prozent · Übernahmen geplant

ContiTech auf Wachstumskurs

+

Korbach/Hannover. - Nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2012 will 
ContiTech als Division des Continental-Konzerns den Wachstumskurs 2013 fortsetzen. Gut behauptet hat sich ebenso das ContiTech-Werk in Korbach.

Die Technologietochter des Autozulieferers Continental bleibt auf Einkaufstour. „Wir sehen uns weiter gezielt auf dem Markt nach Unternehmen oder Geschäft um, die unsere Strategie unterstützen und insbesondere den Industriebereich stärken, also außerhalb des Automobilbereichs“, sagte Heinz-Gerhard Wente gestern auf der Hannover Messe.

Wente ist Vorstandschef der ContiTech AG und leitet diese Division als Vorstand im Continental-Konzern. Wente nannte die drei Sparten Stahlseil- und Textilfördergurte, Schlauch- und Rohrsysteme sowie die Antriebsriemen als Kandidaten, bei denen derzeit „erfolgversprechende Gespräche“ für weitere Zukäufe liefen.

Neue Projekte und Zukäufe

Die wichtigsten Vorhaben für 2013 sind laut Wente ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Schwingungs- und Lagerungstechnik in China, das Anfang März eröffnet wurde, der Bau eines neuen Werkes für Klima- und Servoleitungen im russischen Kaluga, der bis zum Jahreswechsel 2013/2014 abgeschlossen sein soll, sowie der Kauf einer Schlauchfabrik für das stark wachsende Segment „Oil & Marine“ in der Türkei Ende März. In Dubai baut ContiTech außerdem einen Vertriebs- und Servicestützpunkt auf, der zu einer Schlauchmontage ausgebaut werden soll.

Umsatz und Ergebnis kletterten bei ContiTech 2012 erneut, wie bereits aus der Bilanz des Mutterkonzerns hervorging. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) vor Steuern und Abschreibungen kletterte von 417 auf 442 Millionen Euro. Dies entspricht einer Umsatzrendite von knapp 12 Prozent.

Fürs laufende Jahr hat sich Continentals führender Firmenjäger Heinz-Gerhard Wente offenbar weitere Übernahmen vorgenommen. Sowohl im Bereich der Transportbänder, als auch bei Schläuchen und Antriebsriemen „führen wir derzeit durchaus Erfolg versprechende Gespräche“, sagte der Vorstandschef von ContiTech bei der Bilanzvorlage gestern. Die Größenordnung bewege sich allerdings „im Bereich der Adjustierungen“, wie es Wente umschrieb. Will heißen: Die Übernahmeziele kommen höchstens auf je 100 Millionen Euro Umsatz. ContiTech ist eine von fünf Divisionen im Continental-Konzern.

Als Holding ist ContiTech wiederum in acht sehr unterschiedliche Geschäftsbereiche gegliedert – und seit Jahren mit Übernahmen aktiv. Über Zukäufe soll die Conti-Tochter helfen, die Abhängigkeit des Konzerns von den Autoherstellern zu verringern. Dabei hat ContiTech mit seinen Tausenden Produkten noch ein gutes Stück Weg vor sich. Zuletzt lag der Umsatzanteil, den das Unternehmen jenseits der Autoindustrie erwirtschaftet, bei 47 Prozent.

Dafür kommen die Hannoveraner bei dem Plan voran, sich unabhängiger vom zuletzt schwächelnden europäischen Markt zu machen. Im vergangenen Jahr machten satte Zuwächse in Amerika (plus 32 Prozent) und Asien (plus 23 Prozent) die Rückgänge auf dem Heimatkontinent mehr als wett. Der Umsatzanteil von Europa schrumpfte um sieben Punkte auf 66 Prozent.

Mit Blick aufs laufende Geschäftsjahr insgesamt zeigt sich Wente weiter optimistisch: „Ich bin zuversichtlich, dass wir unseren Umsatz vergleichbar zur Steigerungsrate 2012 ausbauen können, da wir weiterhin mit einer Belebung, insbesondere des Marktes in Europa, im zweiten Halbjahr rechnen.“

ContiTech in Korbach

Weltweit beschäftigt Continental, mit 32,7 Milliarden Euro Umsatz 2012, rund 170  000 Mitarbeiter in 46 Ländern. Über 28 000 Beschäftigte arbeiten davon für ContiTech. Innerhalb dieser Division ist der Bereich „ContiTech Fluid“ mit Abstand die größte Sparte – bei rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz (plus 5 Prozent 2012). Zu diesem Bereich gehört auch die ContiTech Schlauch GmbH mit Sitz in Korbach und einem weiteren Werk in Northeim. (lr/jk)

Kommentare