Dalwigksthal: Bürgergenossenschaft vertritt Hessen bei der Grünen Woche in Berlin

„Das ist gute Werbung für uns“

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Aus der Schule in Dalwigksthal ist ein Dorftreff mit Kneipe geworden, was bis Berlin beworben wird.

Lichtenfels-Dalwigksthal - Brot backen und Fragen beantworten vor internationalen Publikum: Die Bürgergenossenschaft „Schule Dalwigksthal“ ist gefragt wie nie. Sie vertritt das Land Hessen im Januar 2014 bei der Grünen Woche in Berlin.

Während die meisten Landkommunen immer strikter Geld einsparen müssen, stellt sich vielerorts die Frage, wie die Dörfer trotzdem lebenswert bleiben können - und das für möglichst alle Generationen. Die Dalwigksthaler haben eine Antwort gefunden: Engagierte Bürger gründeten 2012 die „Bürgergenossenschaft Schule Dalwigksthal“ und übernahmen die ehemalige Schule, die als Dorfgemeinschaftshaus diente, von der Stadt Lichtenfels.

Mit Hilfe der Anteile der Mitglieder und unterstützt durch Fördergeld der Europäischen Union richteten sie dort unter eigener Regie einen Dorftreff ein mit Kneipe, Biergarten und Küche (wir berichteten ausführlich): Die Dorfbewohner haben nun wieder einen Treffpunkt, der zunehmend auch von Gruppen aus benachbarten Orten und als Treffpunkt von Ausflüglern genutzt wird.

Das Projekt mit Pilotcharakter stößt bundesweit auf derart großes Interesse, dass die „Bürgergenossenschaft Schule Dalwigksthal“ das Land Hessen von 17. bis 19. Januar 2014 bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin vertreten wird (17. bis 26. Januar) - zusammen mit Grenzlandkelterei Nieder-Schleidern und anderen Projekten aus verschiedenen Leader-Regionen. Vertreter der Genossenschaft und der Grenzlandkelterei Nieder-Schleidern werden am Messestand des hessischen Wirtschaftsministeriums an den ersten drei Tagen der internationalen Messe für das leibliche Wohl der Gäste sorgen - und ihnen für Fragen zur Verfügung stehen, erklärt Bernd Wecker, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Der Messeauftritt des Ministeriums will damit beispielgebende Initiativen der Förderstrategie „Ländliche Regionalentwicklung“ (LEADER) aufgreifen - vorbildliche Projekte werden digital präsentiert - und für die Vertreter der Initiativen ist es „gute Werbung und eine Möglichkeit, sich bekannter zu machen“.

Da das Wirtschaftsministerium nur für zwei Personen Unterkunft und Reise zahlt, kommt die Genossenschaft für zwei weitere aus eigener Tasche auf - denn vier große Backaktionen pro Tag wollen geschafft werden, erklärt Wecker und sagt: „Schade, dass das Ministerium nicht mehr Geld in die Hand nimmt, um solche private Initiativen besser zu unterstützen“. Dennoch lassen es sich die Dalwigsthaler nicht nehmen, ihr Projekt vor internationalem Publikum vorzustellen und von ihren Erfahrungen zu berichten. Und die sind positiv: Die Umbauarbeiten in der ehemaligen Schule sind abgeschlossen, inzwischen arbeiten acht Angestellte auf 450 Euro-Basis in der Dorftreff-Kneipe. Die Organisation laufe inzwischen rund, und die Zahl der Buchungen habe deutlich zugenommen, „das läuft sehr gut“.

Mit Flyer, einer Homepage und auf Facebook macht die Genossenschaft Werbung - und mit besonderen Angeboten: Auch 2014 wird jeden ersten Sonntag im Monat Frühstück geboten, und erstmals jeden zweiten Samstag auch ein „Aufstandsabend“: Aufsichtsrat und Vorstand überraschen mit Events. Dienstags wird Doppelkopf und Skat geboten, Mittwochs eine Runde für die Generation 50plus, kulturelle Angebote sollen folgen. Eines aber steht für Bernd Wecker ganz vorn: „Unser Ziel, dass sich in und für Dalwigksthal wieder etwas bewegt, ist erreicht“.

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