Korbach

Debatte über marode Rathausfassade

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- Korbach (jk). Birgt die bröckelnde Rathausfassade in Korbach bald Gefahr für Leib und Leben? Zumindest bietet sie Zündstoff für Bauamt und Parlament.

Vor 40 Jahren schien der Betonanbau am ehrwürdigen Korbacher Rathaus ein fast begeisterndes Monument der Moderne. Seit zehn Jahren indes bröckelt die Waschbetonplatten an der Fassade, die Wände dahinter zeigen immer mehr Risse. So kontrolliert die Stadt schon seit 2003 die Substanz am Beton. Schon damals wurden die Fassadenplatten eingehend untersucht. Dass es am Betonbau bröselt, weiß im Grunde jeder Korbacher. Dennoch versetzte ein jüngstes Gutachten den Bauausschuss des Parlaments vorige Woche in Alarm (wir berichteten). Die Schäden durch Feuchtigkeit, Frostsprengung und rostigen Stahl im Beton haben sich drastisch verschärft.

Schlecht steht es ebenso um Elektrokabel und Installationen, Großraumbüros und alte Klimaanlage machen den Mitarbeitern zu schaffen, die Isolation des Gebäudes ist miserabel. Entsprechend deutlich schilderte Bauamtsleiter Burkhard Fincke die Lage am Mittwochabend auch im Parlament. Sein Fazit: „Die Zeit ist gekommen“, die Probleme zu lösen. Für 2012 will die Stadt entsprechend Geld im Haushalt bereitstellen. Kernfrage: Reicht eine neue Fassade zum Vorschrauben, oder sollte der Rathausanbau komplett weichen? Schließlich liegen seit Sommer 2008 entsprechende Entwürfe schon in der Schublade. Doch die Kosten sind enorm, Zahlen von acht Millionen Euro und mehr schweben im Raum. Deshalb gibt es bereits Gedanken, die Amtsstuben vielleicht hinunter in die Kümmell-Straße zu verlagern. Denn hier hat die Stadt inzwischen zwei Häuser erworben.

Neubauten dort könnten vielleicht den Betonbau künftig ersetzen. Der Anbau würde dann schlicht abgerissen, das historische Rathaus stünde wieder frei in voller Pracht. Flügel verleihen könnte dieser Vision ein neuer Hessentag in der Kreisstadt, der aktuell zur Debatte steht. Mit einem Hessentag fließen zusätzliche Landesmittel. Doch mit oder ohne Hessentag: Am Rathaus muss etwas passieren.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 30. September

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