Personelle Veränderungen in den drei katholischen Pastoralverbänden

Dechant Conze kommt für Pfarrer Wisse

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Korbach - Im Katholischen Dekanat Waldeck dreht sich das Personalkarussell: Gisbert Wisse geht in den Ruhestand, sein Nachfolger wird Dechant Conze. Die Gemeinde müsse sich auf weniger hauptamtliche Versorgung einstellen, kündigt die Kirchenleitung an.

Die Katholiken im Dekanat Waldeck müssen sich auf Veränderungen einstellen: Zum 30. November geht Pfarrer Gisbert Wisse in den Ruhestand. „Ich verlasse Korbach mit weinenden Augen“, erklärte Wisse gestern Vormittag. 25 Jahre lang sei er eng mit Menschen und Stadt verbunden gewesen. „Das ist ein schwerer Abschied“, betonte er. Auch seinen Lebensmittelpunkt wird er künftig ändern, der 69-Jährige zieht nach Arnsberg. Seine Verabschiedung findet am 23. November um 15 Uhr in Sankt Marien statt.

Wisses Nachfolger wird Dechant Bernd Conze. Der 53-Jährige war einst Pfarrer in Willingen, zuletzt Geistlicher in Bad Arolsen. Sein Amt als Dechant behält Conze, wenn er am 1. Februar die Leitung des Pastoralverbundes Korbach übernimmt – dazu gehören auch die Gemeinden in Eppe, Hillershausen, Willingen, Adorf und Lichtenfels. Die Nachfolge in Arolsen ist bisher ungeklärt: „Die Stelle wird aber auf jeden Fall wieder besetzt, und Erzbischof Hans-Josef Becker wird in den nächsten Wochen den Namen bekannt geben“, erklärte Conze.

Auch Pastor Uwe Kolkmann verlässt die Korbacher Gemeinde im August – seine Vikarzeit endet nach drei Jahren. Sein Weg führt ihn in eine Gemeinde nach Hamm-Rhynern. „Die Stelle von Herrn Kolkmann wird nicht wieder besetzt“, so Dechant Conze.

Das bedeutet vor allem für die Übergangszeit im Pastoralverbund Korbach einen Mangel an hauptamtlichen Mitarbeitern.„Die Verantwortung für die diesjährigen Firmvorbereitungen behält Pastor Kolkmann“, erklärte der Dechant. Der 47-Jährige werde pendeln.

Vor allem der Priestermangel sei dafür verantwortlich, dass künftig einer von drei Geistlichen weniger im Pastoralverbund arbeite, sagte Conze. „Das wird eng“, räumt er ein, „nichts wird einfach bleiben, wie es war.“ Und damit meint er sowohl das Gottesdienstangebot wie auch den Seelsorgebereich. „Wir werden mit den Ehrenamtlichen gemeinsam ein Konzept auf die Beine stellen, wie Gemeindearbeit hier künftig möglich ist“, sagte Conze. Pfarrer würden immer mehr zu Mentoren, um Ehrenamtliche anzuleiten.

„Nicht mehr jede Gemeinde macht dann alles“, befand auch Pfarrer Gisbert Wisse, „einzelne Gemeinden stellen dann Angebote für den ganzen Pastoralverbund auf die Beine.“ Wie der Personalmangel künftig kompensiert werden soll, ist noch unklar und soll mit den Mitarbeitenden erarbeitet werden: „Dann stellt sich die Frage: Feiern künftig Laien Wortgottesfeiern statt Gottesdienste? Oder richten wir einen Shuttle zu anderen Kirchen ein, in denen Gottesdienst gefeiert wird?“

Antworten gibt es noch keine, ergebnisoffen solle mit den Menschen diskutiert werden. „Für mich als neuen Pfarrer in Korbach ist es die spannende Frage, inwieweit die Gemeinde bereit ist, das zu tragen.“ Zumindest für Unterstützung ist gesorgt: Pfarrer i. R. Anton Althaus aus Eppe übernimmt als Subsidiar bei Bedarf Aufgaben in Gottesdiensten und Seelsorge. Unbekannt ist er in Waldeck nicht, Althaus war von 1988 bis 1993 Pfarrer in Bad Arolsen.

Und auch im Pastoralverbund Bad Wildungen-Waldeck steht eine personelle Veränderung an: Gemeindereferentin Irene Olma wechselt zum 1. August nach Lippe Süd/Lüdge-Falkenhagen-Bad Pyrmont. „Die Stelle ist ausgeschrieben“, erklärte Dechant Conze, „wir hoffen, sie schnell besetzen zu können.“

Insgesamt 15 000 Katholiken gehören zum Katholischen Dekanat Waldeck – 6500 Kirchenmitglieder zählt der Pastoralverbund Korbach. (resa)

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