Stadt will Haus in der Professor-Kümmell-Straße 9 sanieren

Ein Denkmal für die Verwaltung

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Stark sanierungsbedürftig: Das denkmalgeschützte Haus in der Professor-Kümmell-Straße 9 ist vor einem Jahr mit Stahlbändern gesichert worden. Foto: Lutz Benseler

Korbach - Es könnte der ersten Baustein für das neue Rathaus-areal sein: Das denkmalgeschützte Haus in der Professor-Kümmell-Straße 9 soll zu einem Verwaltungsgebäude umgebaut werden.

Das mittlerweile stark sanierungsbedürftige Fachwerkhaus gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt Korbach: Zwischen 1664 und 1691 datiert das Baujahr des Hauses in der heutigen Professor-Kümmell-Straße 9 unterhalb des Rathauses. Damit ist schon eine Herausforderung skizziert: Ziel ist, bei einem Umbau einen möglichst großen Teil der historischen Bausubstanz zu erhalten. Das Sanierungskonzept stellte Bauamtsleiter Stefan Bublak in dieser Woche in den Ausschüssen vor.

„Haus Reinhardt“ soll abgerissen werden

Bereits 2011 hatte die Stadt das Gebäude gekauft. Im Mai 2014 wurde der einsturzgefährdete Straßengiebel mit Zugbändern gesichert. Vier Jahre lang hatte die

Künstlergruppe „artur“ ihr Domizil dort. Die Künstler müssen sich nun eine neue Bleibe suchen. Am benachbarten Haus Reinhardt werden indes die Bagger anrollen. Es gilt als nicht sanierungsfähig und soll abgerissen werden.

„Wir haben eine Lösung gefunden, die sowohl dem Denkmalschutz als auch den Ansprüchen an ein Verwaltungsgebäude entgegenkommt“, sagte Bub-lak im Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch. Das Haus werde nicht komplett entkernt. Um etwa 50 bis 60 Zentimeter angehoben werden müsse aber die Decke des ersten Obergeschosses. In einem modernen Anbau sollen ein Aufzug, ein zweites Treppenhaus und die Toiletten untergebracht werden. Im Erdgeschoss sieht die Planung fünf Büros mit zehn Arbeitsplätzen vor, im ersten Obergeschoss ein Großraumbüro und fünf weitere Büros mit 15 Arbeitsplätzen und im zweiten Obergeschoss fünf Büros mit neun Arbeitsplätzen.

Das Bauamt rechnet mit Kosten von 1,55 Millionen Euro inklusive des Abbruchs des Hauses Reinhardt. Bublak kalkuliert mit rund 21 Monaten von der Planung bis zur Fertigstellung. Läuft alles nach Plan, könnte das Verwaltungsgebäude Ende April 2017 fertig sein.

Eine Reißleine, wie sie Heinz Merl (CDU) forderte, ist mit eingebaut: Zwar gilt das Haus laut Gutachten als sanierungsfähig, sollten aber beim Entkernen Überraschungen auftreten, könnte die Stadt noch umsteuern. Die Stadtverordneten sollen regelmäßig über die einzelnen Schritte informiert werden.

Von Lutz Benseler

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