Altstadt wird zur Kulisse für „Schlussmacher“ Schweighöfer · Schauspieler sammelt Schaulustige um sich

„Der schauspielert halt auch voll gut“ - Video

Korbach - Korbach im Ausnahmezustand: Schauspieler Matthias Schweighöfer legt die Altstadt lahm und lockt die Fans zwischen Kilian- und Nikolai-Kirche.

Korbach. Ohne Marc Hillebrand geht gar nichts. Mit ihm aber auch nicht alles: Der Security-Einsatzleiter im rapsgelben Polo-Shirt sorgt dafür, dass die Stechbahn menschenleer ist, wenn die Kamera läuft. Nach dem Edersee bildet die malerische Fachwerk-Altstadt die Kulisse für Matthias Schweighöfers neuen Film. Kein verirrter Fan im Hintergrund soll später auf der Leinwand vom eigentlichen Geschehen ablenken. An dem Korbacher kommt aber auch kein Teenie vorbei, der gerne einen schmachtenden Blick auf den Blondschopf des Stars aus nächster Nähe werfen möchte. „Wir drehen“, quäkt eine Stimme aus Hillebrands Walkie-Talkie, die Klappe für die nächste Szene des „Schlussmachers“ ist gefallen. In dem Moment marschiert ein Jugendlicher gedankenverloren quer über die Straße und will zur Kilianskirche abbiegen.

Die Stöpsel seines MP3-Players in den Ohren, bekommt er nichts von dem mit, was um ihn herum passiert. „Hey“, ruft Hillebrand und noch mal etwas lauter. Meckernd zieht der Junge ab. Mit Anna Schulz und Pauline Scheidemann hat Hillebrand keine Probleme. Die beiden 14-Jährigen bleiben brav hinter der Absperrung und hoffen, in einer Drehpause ein gemeinsames Foto mit ihrem Idol machen zu können. Für Facebook. „Der ist halt voll hübsch“, sagt Anna. „Und der schauspielert auch voll gut“, ergänzt Pauline. Knapp 100 Menschen haben sich an den Lücken rund um die Kilianskirche postiert, die schmale Blicke auf die Dreharbeiten freigeben. Zwischen Museum und Waage hat die Schar Schaulustiger den besten Blick auf das Set. Dekanin Eva Brinke-Kriebel hat im Garten vorm Pfarrhaus den Logenplatz ergattert. „Eigentlich hätten wir Eintrittskarten verkaufen können“, ärgert sie sich schmunzelnd über die verpasste Chance, die Kirchenkasse aufzubessern. An der Kilianskirche wird gerade eine Hochzeitsszene gedreht. Vor dem Südportal mit seinen prächtigen Figuren stellt sich eine festlich gekleidete Gesellschaft zum Gruppenfoto auf. Eigentlich ist nicht viel zu sehen, zu hören schon mal gar nichts. Trotzdem harren die Zaungäste geduldig aus. „Es ist ja auch spannend zu sehen, wie so was gedreht wird“, sagt Pauline. Der Aufwand ist in der Tat enorm. Lastwagen blockieren Obermarkt und Stechbahn. An einem großen Kran vorm Museum ist die Kamera aufgehängt. Auch Marc Hillebrand staunt. Für ihn ist es das erste Mal, dass er die Dreharbeiten zu einem Kinofilm absichert. Das Sicherheitsunternehmen seines Neffen bewacht auch das millionenschwere Equipment des Filmteams rund um die Uhr und hat am Freitag in sieben Stunden den kompletten Fahrzeugtross vom Edersee nach Korbach gebracht. „Wenn man das sieht, weiß man, warum Filme so viele Millionen einspielen müssen“, sagt der Korbacher. Und wieder will ein Grüppchen über die Stechbahn spazieren. Hillebrand kennt die Leute und winkt sie durch: „Die wohnen hier“, sagt er. Den Weg zur eigenen Wohnung kann auch ein Schweighöfer nicht versperren. (lb)

1097830

Kommentare