Vollsperrung der Bredelarer Straße bereitet manchem Unternehmen Probleme

„Die Situation ist schwierig“

+

Diemelsee-Adorf - Seit dem 26. August ist die Bredelarer Straße in Adorf für den Verkehr gesperrt. Hessen Mobil sowie die Gemeinde bitten um Verständnis und versuchen, Lösungen anzubieten.

Da, wo sonst Fußgänger an den Geschäften entlanglaufen, knattern an diesem Tag Motorradfahrer über den Bürgersteig. Die Vollsperrung der Bredelarer Straße in Adorf macht erfinderisch, auch wenn der eingeschlagene Weg der Biker illegal ist.Auf etwa 350 Metern ist die Straße von der Ortsmitte ausgehend in Richtung Padberg gesperrt. Davon betroffen sind unter anderem die Mitarbeiter und Kunden von Bankfilialen, einer Autowerkstatt oder einer Gaststätte. Für Tierärztin Nina Eckhardt ist der Umstand nur schwer zu akzeptieren. Zwar seien die Bauarbeiten unumgänglich, sie hätte sich aber eine andere Lösung gewünscht – zum Beispiel eine einspurige Verkehrsführung.

Keine andere Möglichkeit

Das ist laut Hessen Mobil und Bürgermeister Volker Becker aber nicht möglich. Zum Beispiel würden für die Bauarbeiter die nötigen Sicherheitsabstände benötigt. Becker nannte bei einer Anliegerversammlung vor Beginn der Arbeiten die Parkplätze an der alten Molkerei und die Bergstraße als Ausweichmöglichkeiten für Autofahrer.

Anwohner, die in der Nähe der Bergstraße wohnen, können diese nutzen, um die Baustelle zu umfahren. Das gilt für Helmut Köhler nicht. Sein Bauunternehmen befindet sich am Ende der Baustelle in Richtung Padberg. „Die Situation ist sehr schwierig für uns, wir können von den Bauarbeitern ja nicht fordern, für unsere Lkw zur Seite zu fahren.“ Dann helfe nur der lange Umweg. Ihm sei anfangs gesagt worden, dass der Anliegerverkehr gewährleistet werde. Das sei nun nicht der Fall. „Aber das lässt sich auch kaum anders lösen“, sagt der Bauspezialist. „Für meine Kunden ist es nicht immer möglich, ihr krankes Tier 100 Meter weit in meine Praxis zu tragen“, erklärt Nina Eckhardt. Viele würden gar nicht mehr zu ihr kommen.

Baustelle wird noch größer

In den Herbstferien wird die Baustelle in Richtung Ortsmitte verlängert, dann werden wohl auch Rhenegge und Vasbeck nur über Umleitungen zu erreichen sein. Die Arbeiten am Knotenpunkt in der Ortsmitte sollen innerhalb der Herbstferien erledigt sein, auch damit der Schulbusverkehr nicht beeinträchtigt wird. Ein Mitarbeiter von Hessen Mobil habe Nina Eckhardt vorgeschlagen, in dieser Zeit Urlaub zu machen. Gerd Bohne, Pressesprecher von Hessen Mobil, sagt, dass der Tierärztin angeboten worden sei, ein Schild „Bis zur Praxis frei“ anbringen zu können. Das sei in Ausnahmefällen möglich.

Wie lange die Bredelarer Straße indes gesperrt bleibt, steht noch nicht fest. Geplant waren sechs Wochen Vollsperrung. Volker Becker geht davon aus, dass die Arbeiten mit Sanierung der Kanalisation und Verlegen von neuen Wasserleitungen sowie Leerrohren für mögliche DSL-Leitungen noch bis Dezember dauern werden – was aber nicht gleichzeitig eine Vollsperrung bis in den Winter bedeutet. (tt)

Kommentare