Gesucht: Engagierte Einwohner mit grünem Daumen für Pflege der Friedhöfe

„Diese Männer sind ein Glücksfall“

Lichtenfels - Rasen mähen, Laub rechen, Hecke schneiden – Horst Kuhnhenn aus Neukirchen und Helmut Käufer aus Fürstenberg pflegen schon seit Jahren die Friedhöfe in ihren Dörfern, und das einwandfrei. Der Lichtenfelser Magistrat sucht weitere Helfer in den anderen Stadtteilen.

Nach wie vor gehört es zur Friedhofskultur, dass die Orte der Erinnerung pietätvoll aussehen, die Würde der Verstorbenen gewahrt bleibt. Sind für die Grabpflege die Hinterbliebenen zuständig, so kümmern sich die Mitarbeiter des Bauhofs für gewöhnlich um die Pflege des Geländes. So ist es auch in Lichtenfels – mit Ausnahme von Fürstenberg und Neukirchen. Horst Kuhnhenn sorgt bereits seit 18 Jahren in Neukirchen dafür, dass der Friedhof „zum Aushängeschild unseres Ortes geworden ist“, lobt Ortsvorsteher Richard Hast. Ob Rasen, Wege oder Gedenkstätte, alles sieht einwandfrei aus. Einmal die Woche mäht der 66-Jährige den Rasen, allein dafür braucht er sechs bis sieben Stunden. Im Herbst kehrt er Laub, und im Winter sorgt er dafür, dass ein Pfad auf dem Friedhof frei von Schnee ist. Und fast wie nebenbei kümmert er sich auch am Dorfplatz und rund um den Teich darum, dass alles picobello aussieht; die nötigen Gerätschaften stellt der Bauhof. „Ein bisschen Idealismus ist schon nötig“, sagt Horst Kuhnhenn dazu, „und ohne die tatkräftige Unterstützung von meiner Frau würde das auch nicht klappen“, gibt er das Lob geradewegs weiter. So sieht das auch Helmut Käufer, der seit zehn Jahren auf dem Fürstenberger Friedhof für Ordnung sorgt. Da der Friedhof am Hang liegt, braucht er allein fürs Mähen fast drei Tage – und das jede Woche. Auch der Hecke nimmt er sich an, der Plätze im Dorf und des Ehrenmals. „Inzwischen habe ich alle Geräte angeschafft und bin für alle Anforderungen gewappnet“, sagt der 73-jährige Fürstenberger voller Tatendrang und lacht. Auch ihm ist anzusehen, dass ihm die Arbeit viel Freude macht. „Für uns als Stadt ist der Einsatz der beiden Männer ein Glücksfall. Sie halten alles hervorragend in Schuss – da steckt auch manche Stunde mehr drin und ihr Engagement ist mit Geld eigentlich nicht zu bezahlen. Dass die Friedhöfe so gepflegt sind, motiviert auch die Hinterbliebenen, die Gräber in Ordnung zu halten“, sagt Bürgermeister Uwe Steuber anerkennend. Rathauschef und Magistrat suchen nun auch in den anderen Stadtteilen Frauen und Männer, die sich gegen ein Entgelt regelmäßig um die Friedhöfe kümmern. „Ihr Einsatz würde die Mitarbeiter vom Bauhof deutlich entlasten und ihnen die Möglichkeit geben, andere dringend notwendige Arbeiten zu erledigen – die jetzt leider liegen bleiben oder lange aufgeschoben werden müssen, seitdem wir Kräfte vom zweiten Arbeitsmarkt nicht mehr einsetzen können“, erklärt Bürgermeiser Steuber. Entlohnt würden die freiwilligen Friedhofsgärtner als 450 Euro-Kräfte nach dem im Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst (TVöD) eingestellten Mindeststundenlohn. Dabei könne jeder individuell entscheiden, ob er etwa auch die Hecken schneide oder eigene Gerätschaften nutze, was dann ebenfalls abgegolten würde, sagt Uwe Steuber: „Wir können alles flexibel regeln.“Wer Interesse daran hat, in Goddelsheim, Dalwigksthal, Immighausen, Münden, Rhadern und Sachsenberg Friedhofsgärtnerin oder -gärtner zu werden, kann sich bei Kämmerer Thomas Behle im Lichtenfelser Rathaus melden unter Telefon 05636/979717. Von Marianne Dämmer

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