Kurzweiliger Ausflug in Vereinsgeschichte bei Kommersabend

Doppeljubiläum: 100 Jahre TuS und SC Usseln

Usseln - Ein Ereignis von herausragender Bedeutung für den Turn- und Sportverein sowie den Skiclub: Der Kommersabend zum 100-jährigen Bestehen geht mit Sicherheit in die Vereinsgeschichte ein.

Über 300 Usselner und Gäste aus nah und fern kamen am Freitag in die Schützenhalle, um den runden Geburtstag zu feiern. Viele Erinnerungen wurden wach – an sportliche Erfolge, an heitere Episoden, aber auch an schwere Zeiten. Die beiden Vorsitzenden Torsten Vogel (TuS) und Sven Peters (SC) hatten gemeinsam mit ihrem Team ein kurzweiliges Programm zusammengestellt, das von Tobias Heine moderiert wurde. Er begrüßte zu der Veranstaltung Vertreter aus Politik, Sport, Kirche und Vereinsleben sowie die Mitwirkenden, die mit musikalischen Beiträgen Akzente setzten: Die „Diemelspatzen“, die 1956 in Usseln gegründet wurden und in den ersten Jahren eine Abteilung des Turn- und Sportvereins waren (Leitung: Hans Cornelius Petersen und Sebastian Schmidt); den Männergesangverein „Eintracht“ Usseln (Leitung: Xenia Kautz); und den Posaunenchor (Leitung: Gerhard Biederbick). Torsten Vogel im blau-weißen Trikot aus den 1950-er Jahren und Sven Peters im Original-Skianzug von Sarajevo (1984) luden zu einem unterhaltsamen und informativen Ausflug in die Geschichte der beiden Jubiläumsvereine ein. Ihr Dank galt allen Sportlern, die TuS und SC bekannt gemacht haben, den ehemaligen Vorsitzenden und Vorstandsmitgliedern, Trainern und Übungsleitern, freiwilligen Helfern, Sponsoren, Spendern und Lieferanten für vielseitiges Engagement und immer wieder gewährte Unterstützung. – „Ein trefflicher Auftritt“, darüber waren sich die Besucher mit Landrat Dr. Reinhard Kubat einig, der schon vor über 40 Jahren zum ersten Mal an einem Schülerlanglauf-Wettbewerb in Usseln teilgenommen hat. Er wies darauf hin, dass er gemeinsam mit Olympia-Teilnehmerin Iris Schulze (verheiratete Niemeier) zur Schule gegangen ist und stets mitgefiebert hat, wenn die Usselner Sportler und Sportlerinnen an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilgenommen haben. Kubat würdigte die Leistungen der beiden Jubiläumsvereine und insbesondere auch die in Usseln geleistete hervorragende Kinder- und Jugendarbeit. Er überreichte den Vorsitzenden die vom hessischen Ministerpräsidenten verliehene silberne Ehrenplakette. „Die Usselner können stolz sein auf die beiden Vereine, die eine wichtige soziale Komponente im gesellschaftlichen System sind“, betonte Bürgermeister Thomas Trachte. Er würdigte den unschätzbaren Beitrag, den TuS und SC im Bereich der örtlichen Sportförderung leisten; ihre Bereitschaft, Jugendlichen Anlaufpunkte und Freizeitmöglichkeiten zu bieten und sich um die persönliche Entwicklung des Nachwuchses zu kümmern. Der Vorsitzende des Sportkreises, Uwe Steuber, hob hervor, dass sich beide Vereine der Zeit angepasst haben. Sie bieten ihren Mitgliedern neben altbewährten Sportarten zum Beispiel auch Yoga, Nordic Walking und Line Dance an und sind mit den Laufkids, im Langlauf-, Alpin- und Mountainbikesport gut aufgestellt. In den 1950-er und 1960-er Jahren haben die Usselner Fußballer zehnmal den Waldecker Pokal gewonnen – so oft wie kein anderes Team. Daran erinnerte Kreisfußballwart Peter Bausch­mann. Eigentlich sollte das Pokalendspiel 2013 bereits Pfingsten stattfinden, wurde aber auf den 16. Juni verlegt. „Usseln wird ein würdiger Gastgeber für die Traditionsveranstaltung sein“, zeigte sich Bauschmann überzeugt. Gustav Born (92) hat ebenso wie sein gleichaltriger Freund Willi Schäfer einen Großteil der Vereinsgeschichte miterlebt. Er berichtete den Besuchern spontan vom Bau der ersten Sprungschanze in den 20-er Jahren, bei dem auch schon die Kinder halfen und dafür mit Zigarettenbildchen belohnt wurden. Die Schanze hatte einen Fehler – nämlich keinen richtigen Auslauf. „Wenn die Tannen unten rechts wackelten, waren die Springer gut angekommen“, schmunzelte Born. Namens der wintersportlichen Fachverbände gratulierten der Präsident des Hessischen Skiverbands, Dr. Werner Weigelt, und der Vizepräsident des Westdeutschen Skiverbands, Rolf Schottler. „Dass ein Verein zwei Verbänden angehört, gibt‘s in Deutschland vermutlich nicht noch einmal.“ Für die Usselner Vereine sprach Ralf Heine. Er berichtete, dass manche Bürger in der Anfangszeit die sportliche Betätigung durchaus skeptisch sahen. So soll einmal ein Fußballer von seinem Vater vom Platz geholt worden sein, weil man seine Knie sehen konnte. Auf eine weiterhin gute sportliche Zusammenarbeit hofft der Präsident des Willinger Skiclubs, Jürgen Hensel, der namens der befreundeten Vereine zum Jubiläum gratulierte. Von Ulrike Schiefner

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