Ederbringhausen feiert mit Tausenden Gästen sein 775-jähriges Bestehen

Ein Dorf in Feststimmung

Vöhl-Ederbringhausen. - Das ganze Dorf war auf den Beinen: In Ederbringhausen herrschte am Wochenende Feststimmung. Mit vielen Gästen, mit Liebe zum Detail und einem bunten Programm feierten die Einwohner den 775. Geburtstag ihres Dorfes.

Illustre Gestalten begegnen den Besuchern auf dem Festgelände: Ortsvorsteher Eckhard Mehrhoff hat sich in einen Herold verwandelt, Volker König vom Festausschuss in einen Gutsherrn und Marion Sonneborn in eine Edelfrau. Mägde, Hexen und Drachen wuseln durch die Menge. „So haben wir uns das gewünscht“, sagt der Ortsvorsteher, „ein Fest, das eine Geschichte erzählt.“

Mehr als 40 Festwagen
rollen durch den Ort

Es ist die Geschichte Eder-bringhausens. 775 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung laden die Einwohner zum Festwochenende ein. Und nicht nur die Gastgeber, sondern auch viele Gäste hüllen sich dabei in edles Gewand. Schon am Samstagnachmittag, als auf dem Festgelände an der Orke das große Spectaculum für die Kinder beginnt, werden die Besucher zu einer Zeitreise eingeladen. Kühe melken, Hufeisen werfen und das ausgiebige Klettern auf der Strohburg sind ausdrücklich erwünscht. Nebenbei sammeln die Kinder beim Sponsorenlauf noch Geld für Projekte im Ort, die ihnen selbst zugute kommen sollen. Währenddessen wuselt es an jeder Ecke im Dorf: Denn aus der Nachbarschaft reisen bereits die Gruppen für den Festzug an. Und auch sie muten historisch an. Die Freunde aus Orke kommen mit fahrbarer Zollstation, historischer Hochzeitsgesellschaft und der Einladung zum eigenen Jubiläum im nächsten Jahr. Die Itteraner erinnern mit ihrem Auftritt an den Bergbau, die Schmittlotheimer haben eine fahrbare Schmiede im Gepäck. Die Marienhagener sind als rollendes Freibad dabei, die Vöhler mit alter Wasserpumpe, Zylinder und Uniform. Auch die Obernburger bringen schweres Gepäck mit: Mit Burg und in mittelalterlicher Gewandung ziehen sie im Festzug mit. Bis auf einen sind alle Vöhler Ortsteile mit einem Festwagen vertreten – und erzählen die Geschichte ihres Ortes.Typisch fürs Grenzgebiet: Auch Gruppen jenseits der Gemeinde, etwa aus Ellershausen, Fürstenberg, Viermünden und Bottendorf sind mit dabei. Vorne weg fahren die beiden ehemaligen Frankenberger Polizeibeamten Reiner Gasse und Lothar Guth mit Fahrer Walter Schäfer in alter Uniform auf einer 600er BMW R60, Baujahr 1955. „Die hat 27 PS“, sagt Walter Schäfer schmunzelnd. Für Motorensummen sorgen auch die schönen alten Trecker, die sich dem Festzug anschließen. Musikalische Rhythmen steuert unterdessen der Musikverein aus Buchenberg bei.

Vereine gestalten ein
buntes Bühnenprogramm

Keiner hat sich lumpen lassen. Alle Gruppen beweisen viel Kreativität und Einsatzfreude und werden dafür mit stürmischem Applaus vom Straßenrand aus belohnt – und vom Wetter ebenfalls. Das ist zwar etwas ungemütlich. Doch trotz der dunklen Wolken bleibt es trocken. Und auch danach herrscht weiter Feststimmung – mit guter Gemeinschaft, Originalität und einem Bühnenprogramm, das viele Vereine gemeinsam bestreiten.Nachdem die Band längst gespielt und im vollen Festzelt der Gerstensaft geflossen ist, suchen sich die vielen Besucher dann einen guten Platz an der Orke. Um Punkt 22.30 Uhr sorgt die Feuerwehr nämlich für die traditionellen Wasserspiele. Tanzende Wasserfontänen werden von bunten Scheinwerfern ins rechte Licht gerückt und als das Wasser versiegt, kommt Frank Wendzik ins Spiel. Er zündet das große Höhenfeuerwerk. Am Ende des Tages regnet es Sterne auf den Jubiläumsort.

Über das Kreissängerfest am Sonntag im Jubiläumsdorf lesen Sie in der Dienstagsausgabe.

Von Theresa Demski

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