Auch fünf Jahre nach dem großen Jubiläum hält die Gemeinschaft fest zusammen

Dorfbewohner feiern sich selbst

- Vor fünf Jahren wurden die „Alten Herren“, das „Nähkästchen“ und der Projektchor in Lengefeld gegründet. Mit einem geselligen Nachmittag feierten die Lengefelder ihren Zusammenhalt – und überraschten Chorleiter Adolf Schneider mit dem Landesehrenbrief.

„Kennt ihr das Dorf, wo das Glück ist zu Haus“, so beginnt das „Lengefelder Lied“, das auch beim bunten Nachmittag in der Wipperberghalle zu Ehren kam. Im Vorfeld des Dorfjubiläums, das die Lengefelder im Jahr 2011 feierten, hatte der damals eigens gegründete Projektchor das Lied einstudiert. Fünf Jahre ist das nun her, doch „die Begeisterung am Singen ist geblieben“, wie Chorleiter Adolf Schneider verschmitzt feststellte. Bis zu 25 singbegeisterte Frauen und Männer treffen sich regelmäßig zum Proben und haben in den vergangenen fünf Jahren schon zahlreiche Feste und Gemeindenachmittage musikalisch bereichert. Noch wesentlich länger indes ist Adolf Schneider im Dienst der Musik unterwegs. Mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen, den Korbachs Erste Stadträtin Gudrun Limperg im Rahmen des Nachmittags an den Chorleiter überreichte, wird das jahrzehntelange bürgerschaftliche Engagement des pensionierten Pädagogen gewürdigt. Schon während Schneiders Studium im Marburg übernahm er den Posten eines Chorleiters in der Studentengemeinde. Später war Schneider mehr als 30 Jahre lang Dirigent der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Korbach. Von 1998 bis 2011 brachte er sich als Bundeschorleiter im Waldeckischen Sängerbund und gleichzeitig als Bezirkschorleiter im Sängerbezirk Korbach ein. Damit nicht genug, dirigiert Adolf Schneider seit 1992 den gemischten Chor „Eintracht“ Korbach und leitet zudem seit fünf Jahren den Projektchor seines Heimatortes Lengefeld. Adolf Schneider habe sich über Jahre eingesetzt und Zeit und Ideen investiert, betonte Limperg, die auch Schneiders Ehefrau Marie-Luise Anerkennung zollte. „Das ist der überraschendste Brief, den ich je bekommen habe. Alle, die etwas davon wussten, haben dichtgehalten“, stellte der Geehrte seinerseits unter anerkennendem Applaus fest. Nicht weniger stark als der Projektchor ist der Zusammenhalt der Lengefelder „Nähkästchen“-Frauen um Maria Mitsch. Zum Dorfjubiläum hatten sie sich zusammengetan, um alte Trachten zu nähen und gemeinsam zu schneidern. Dass die Freude am Handarbeiten bis heute anhält, davon konnten sich die Lengefelder beim geselligen Nachmittag mit Modenschau, Trachtentanz und einer Ausstellung selbst genähter Kleider und Accessoires überzeugen. Auch die dritte Gruppe im Dorf, die „Alten Herren“, nutzte den geselligen Nachmittag, um ihre Projekte und die Mitglieder vorzustellen. „Die Senioren im Ort wollten sich beim Dorfjubiläum aktiv einbringen“, erinnerte sich Ortsvorsteher Axel Bitter-Schwalenstöcker und ließ zahlreiche folgende Aktionen von der Zaunausbesserung über das Streichen von Bänken bis zur Instandhaltung heimischer Wanderwege Revue passieren. Viel Applaus gab es für diese Tatkraft, ebenso wie für die emsigen Mitglieder des „Nähkästchens“ und des Projektchors, deren anhaltende Begeisterung das Wir-Gefühl im Dorf nachhaltig gestärkt hat. Auch den festerfahrenen Organisatoren des Nachmittags, Heiner Fobbe und Hartmut Gürtler, dankte Bitter-Schwalenstöcker im Namen der Ortsgemeinschaft.Die erwähnte enge Verbindung der „Alten Herren“ zur örtlichen Feuerwehr trieb anschließend noch ganz unerwartete Blüten. Als „Schwestern auf Tour“ eroberten die Feuerwehrfrauen mit einem Papp-Bus die Halle und legten zur Freude der Lengefelder eine karnevalsreife Nummer im Nonnenhabit hin. Eine Fotoausstellung und das gemeinsame Kaffeetrinken rundeten den kurzweiligen Nachmittag ab. Von Sandra Simshäuser

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