Brilon

Drei Tote bei Explosion im Spanplattenwerk Egger

- Brilon. Bei einer Explosion in einem Heizkessel des Spanplattenherstellers Egger in Brilon sind am Freitagnachmittag drei Männer ums Leben gekommen. Zwei wurden verletzt. Weitere Kollegen standen nach dem Unfall unter Schock.

Es ist genau 14.14 Uhr, als Turgay Tirasoglu von einem lauten Knall aufgeschreckt wird. In etwa 400 Meter Luftlinie zur Firma Egger befreit der 36-jährige Dachdecker gerade ein Firmendach von Schneemassen.

„Es war ein Knall wie bei einer Verpuffung. Wenig später sah ich eine schwarze Rauchwolke und in der Luft hingen Fetzen von Dämmmaterial, wie man es aus Schornsteinen kennt. Die Rauchwolke zog bis ins fünf Kilometer entfernte Wülfte. Dann war die Luft aber auch schnell wieder klar”, sagt der 36-Jährige.

Sechs Minuten später treffen die ersten Rettungskräfte auf dem riesigen Gelände der Firma ein. „Explosion, hieß es für uns. Unterwegs wurde die Alarmstufe für alle Kräfte erhöht. Feuerwehrleute aus Brilon, Altenbüren, Thülen, Scharfenberg und Alme rückten aus”, erklärt der Sprecher der Briloner Feuerwehr, Marc Heines. 47 Einsatzkräfte sind vor Ort, aber nicht alle kommen zum Einsatz. Höchste Alarmstufe.

Vor der Kesselanlange finden die Feuerwehrmänner zwei Personen. Beide sind bereits tot. Mit Schaum und Wasser gehen die Wehrleute gegen das Feuer vor. Um 15.26 Uhr heißt es: Brand unter Kontrolle! Um 15.47 Uhr: Brand gelöscht! Doch in dem Heizkessel machen die Helfer einen weiteren schrecklichen Fund: noch ein Todesopfer.

Zwei Elektriker und ein Schlosser – 21, 59 und 62 Jahre alt, alle Angestellte der Firma Egger, alle aus Brilon – haben bei diesem Unfall den Tod gefunden. Notfallseelsorger kümmern sich um die 35 Arbeitskollegen der Schicht und um die Angehörigen.

Rüdiger Börnke, Technischer Betriebsleiter des rund 1000 Mitarbeiter großen Betriebs, kann sich die Explosion nicht erklären. Der Thermo-Ölkessel komme nur dann zum Einsatz, wenn die beiden anderen großen Heizanlagen außer Betrieb seien – höchstens 1000 Stunden Laufzeit im Jahr. „Einmal jährlich muss dieser Ersatz-Heizkessel überprüft werden. Das haben wir gerade gemacht. Das Ganze ist bei Inbetriebnahme nach der Wartung passiert”, so Börnke. Bei der Explosion wurde der Kessel komplett zerstört. Die Schadenshöhe wird auf 500.000 Euro geschätzt. (wp)

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