Schüler informieren sich über Rauschmittelkonsum und dessen Folgen

Was Drogen aus Menschen machen

Korbach - An der Alten Landesschule fand am Freitag zum zweiten Mal eine Präventionsveranstaltung für Oberstufenschüler statt. Zu Gast waren der Arzt Kai Tammoscheit und Richter Henrik Ludwig. Sie klärten die Elftklässler über die gesundheitlichen und rechtlichen Folgen von Alkohol- und Drogenkonsum auf.

Die Veranstaltung ist Teil des Präventionsprogrammes der Schule und fand auf Wunsch der Schülervertretung statt. „Herr Ludwig und Dr. Tammoscheit waren schon bei der Veranstaltung letztes Jahr unsere Gäste. Wir haben sie wieder ausgewählt, weil sie bei den Schülern sehr gut angekommen sind und interessante Vorträge halten“, sagte der stellvertretende Schulsprecher Max Karok. Drogen als Mittel gegen Husten? So sahen die Anfänge der Entwicklung der Drogen aus, die heute allen geläufig sind. Dr. Tammoscheit ist Internist am Korbacher Stadtkrankenhaus. Er erklärte den Schülern nicht nur, wie alles anfing, sondern vor allem, was bewusstseinserweiternde und wahrnehmungsverändernde Substanzen mit dem Körper anstellen, denn besonders bei Jugendlichen sind die gesundheitlichen Folgen von Drogenkonsum gravierend. Er möchte die Jugendlichen dazu animieren, im Umgang mit legalen und illegalen Suchtmitteln den eigenen Verstand zu gebrauchen. Als besonders gefährdet sieht er ungebildete Menschen. In Bezug auf die Folgen von Drogenmissbrauch legte er den Schülern ans Herz: „Bildung ist zwar teuer, aber keine Bildung zu haben ist noch teurer.“ Henrik Ludwig vom Amtsgericht Korbach hatte einige Geschichten aus seiner Arbeit als Betreuungsrichter im Gepäck. Er erzählte von einem jungen Mann, der unter Einfluss von Alkohol und verschiedenen Drogen völlig schmerzfrei seinen Kopf gegen Wände schlug und dabei sogar Teile seines Gehirns verletzte. Von fünf Polizisten musste eine junge Frau im Drogenrausch festgehalten werden. Sie machte einigen Beamten und auch Richter Ludwig selber ein sexuelles Angebot, wegen seiner Ablehnung spuckte sie ihm allerdings ins Gesicht. „Vollkommen gaga“ seien diese Drogenopfer heute, sagte er. Sehr humorvoll und auf Augenhöhe der Schüler trug der Jugendrichter Beispiele vor, die verdeutlichten, welche körperlichen und psychischen Auswirkungen Drogen gerade bei jungen Menschen auf den Körper haben.Die Schüler nutzten die Gelegenheit, um den Experten ihre Fragen zu stellen. „Darf der Arbeitgeber grundlos einen Drogentest von mir fordern?“ oder „Wie sind die Regelungen bei Führerscheinentzug wegen Alkohol am Steuer?“ waren nur einige der Fragen, die die Referenten beantworteten. Von Nadine Graf

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