ALS-Schüler regen Präventionsveranstaltung mit Arzt und Jugendrichter an

Drogenkonsum und die Folgen

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Welche Folgen hat Drogenkonsum: Internist Kai Tammoscheit (rechts oben) und Jugendrichter Henrik Ludwig informierten die Jugendlichen gestern bei einer Präventionsveranstaltung an der Alten Landesschule in Korbach.

Korbach - Drogenkonsum kann Folgen haben - sowohl gesundheitlich als auch juristisch: Arzt Kai Tammoscheit und Richter Henrik Ludwig klärten gestern Schüler der Alten Landesschule auf.

Hintergrund der Veranstaltung: Ein Team aus Lehrern, Schülern und Eltern hat in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus Korbach, der Polizei und der Diakonie ein umfangreiches Präventionskonzept für alle Jahrgangsstufen erstellt.

Neu daran sind vor allem die Angebote für die Oberstufe. Hier haben die Schüler selbst ein Thema aufs Tapet gebracht: Sie wollten wissen, wie sich Drogen auf den Körper auswirken und welche Folgen Drogenkonsum arbeitsrechtlich und bei Einstellungsverfahren haben kann.

Das und mehr erläuterten gestern Kai Tammoscheit, Internist am Korbacher Stadtkrankenhaus, und Henrik Ludwig, Jugendrichter am Amtsgericht in Korbach, in einer Informationsveranstaltung. Die Schulsprecher Hanna Ueberson und Max Karok moderierten die Vorträge.

Eine bewusstseins- und wahrnehmungsverändernde Wirkung, das haben alle Drogen gemeinsam. Aber längst nicht alle Substanzen, auf die das zutrifft, werden von der Gesellschaft auch als Drogen wahrgenommen, wie Tammoscheit deutlich machte: Koffein, Alkohol oder Nikotin sind - zumindest in der westlichen Welt - als Genussmittel akzeptiert.

Dabei tauche etwa Alkohol in der Top 10 der Drogen mit dem höchsten Schadenspotenzial auf: Hoher Alkoholkonsum verursache unter anderem Schädigungen der Leber oder der Bauchspeicheldrüse und habe auch soziale Folgen wie den Verlust des Arbeitsplatzes, so der Internist. Nicht immer birgt die Substanz allein das gesundheitliche Risiko: Infektionen mit HIV oder Hepatitis C seien hingegen oft die Folge, wenn Drogen wie Heroin mit nicht sterilen Spritzen konsumiert werden.

Die Dosis macht’s: Nach dem Gesetz ist der Besitz von Betäubungsmitteln strafbar, erläuterte Jugendrichter Henrik Ludwig. Bei Kleinstmengen für den Eigenverbrauch drücke die Staatsanwaltschaft jedoch in vielen Fällen ein Auge zu und stelle das Verfahren ein.

Wer wiederholt auffalle oder größere Mengen mit sich führe, lande jedoch vor Gericht - und müsse mit einer Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr rechnen. Was als „geringe Menge“ gilt, ist dabei für jede Substanz festgelegt. Bei Cannabis beispielsweise sind es in Hessen sechs Gramm. (lb)

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