Energiespartag in Herzhausen für 400 Schüler mit vielen Experimenten

Ederseeschule wettet gegen Landkreis

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Die Studenten Viktor Gebel und Michael D´Onghia (v.r.) erforschten mit Schülern der Klasse 5b, wie Wasser am günstigsten zum Kochen gebracht wird.

Vöhl-Herzhausen - Topp, die Wette gilt: Wenn die Ederseeschule in einem Jahr zehn Prozent ihrer Energiekosten einspart, bekommt sie die Hälfte der eingesparten Summe vom Landkreis. Gestern haben sich die 400 Schüler mit einem Energiespartag auf die Wette eingestimmt.

„An Schulen wird viel Energie verplempert - wahrscheinlich, weil sich keiner verantwortlich fühlt“, sagt Susanne Kubat. Sie ist Lehrerin für Naturwissenschaften an der Mittelpunktschule in Herzhausen und setzt mit ihrer Aktion „Energiesparschule“ genau dort an, wo es sonst hapert: Bei der Verantwortung jedes Einzelnen. Ziel ist, die Energiekosten um zehn Prozent zu senken. Doch dafür muss die gesamte Schulgemeinde ein Jahr lang konsequent an allen Schrauben drehen - jeder Schüler, Lehrer und Mitarbeiter muss sein Verhalten ändern, um Strom, Wasser, Heizöl zu sparen.

Um einen Anreiz für den ehrgeizigen Plan zu schaffen, hat Susanne Kubat den Landkreis herausgefordert. Schafft die Schule die anvisierten zehn Prozent, zahlt der Landkreis die Hälfte der eingesparten Energiekosten als Wetteinsatz. Den kann die Schulgemeinde dann für eigene Projekte einsetzen.

Energie begreifbar machen

Susanne Kubats Joker ist Information, die begreifbar macht, was Energie eigentlich bedeutet - wie sie entsteht, was sie bewirkt, warum sie kostbar ist. Dabei helfen ihr Tanja Müller, Klimaanpassungsbeauftragte beim Landkreis, und Nico Wirth, Energiemanager beim Eigenbetrieb Gebäudemanagement.

Genau um diese Information ging es gestern beim Energiespartag, an dem alle 400 Schüler in 18 Klassen und alle Lehrer teilnahmen. Weil es eine logistische Herausforderung war, jeweils ein Dutzend Stationen für die Grundstufe und Sekundarstufe zu betreuen und alle 18 Klassen gleichzeitig experimentieren zu lassen, unterstützten Studierende der Hans Viessmann Schule in Frankenberg die MPS.

14 Umweltschutztechniker stellten den Schüler ihr Wissen zur Verfügung, halfen bei Experimenten, erklärten Zusammenhänge, stellten Praxisbezug her, wie Tanja Müller erläuterte. „Sie sind für uns eine wertvolle Bereicherung“, betonte Nico Wirth. Aber auch für die Studenten selbst sei der Einsatz „eine interessante Herausforderung“, sagte der Student David Beul aus Eifa, der den Schülern mit Hilfe von Eiswürfeln den Treibhauseffekt erklärte.

Wette beginnt im Herbst

Mit ihren Wahlpflichtklassen Ökologie hat Susanne Kubat im Vorfeld eine Präsentation zum Thema Energie für den theoretischen Hintergrund erarbeitet, ansonsten standen Experimente und Aktionen im Mittelpunkt des Aktionstages. Um mit Wasser Energie zu gewinnen, bauten die Schüler aus Pappe und Zahnstochern Wasserräder. Um das beste Dämmmaterial zu finden, verpackten andere Schüler mit Eiswürfeln gefüllte Honiggläser in ein Päckchen, das sie mit verschiedenen Materialien isoliert hatten. Wieder andere stellten mit Essigessenz und Backpulver Kohlendioxid selbst her und nutzen die Energie, um eine Kerze auszupusten. Auch untersuchten sie, ob es energiesparender ist, Wasser auf dem Herd oder mit einem Wasserkocher zu kochen.

Der Energiespartag war der Auftakt für die Wette, die im Herbst mit Beginn der Heizperiode läuft. Er sei aber auch ein Modellversuch gewesen, von dessen Ergebnissen auch andere Schulen profitieren sollen, erklärt Nico Wirth.

Von Marianne Dämmer

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