Zweiter „Charity Run“ von Goddelsheim aus gestartet

„Egal, was Leute über uns denken“

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Quer durch den Nordwesten des Landkreises führte die Wohltätigkeitsausfahrt mit Beteiligung der Hell‘s Angels.Foto: Wilhelm Figge

Lichtenfels-Goddelsheim - An der zweiten Wohltätigkeitsausfahrt, die Hell‘s Angel Frans van‘t Heck organisiert hat, nahmen 65 Biker teil - oft clublos und aus der Region. Spendenziel ist die Kinderkrebshilfe.

Eine­ Spende, die keinen Abnehmer findet: Angesichts zahlreicher gemeinnütziger Organisationen, die Geld brauchen, eine ungewöhnliche Situation. Doch Frans van’t Heck hatte lange Schwierigkeiten, das im vergangenen Jahr beim „Charity Run“ eingenommene Geld zu spenden: Der Planer der Aktion ist Mitglied der Hell’s Angels, weitere Mitglieder beteiligten sich an der Ausfahrt - die Organisation hat nicht erst einen schlechten Ruf, seit einige Ortsvereine wegen krimineller Aktivitäten verboten wurden.

„Wir wollen Berührungsängste abbauen und Biker zusammenbringen“, erklärt Frans van’t Heck den Gedanken hinter der Wohltätigkeitsausfahrt, welche am Samstag ihre zweite Auflage erlebte. Nach Polizeiangaben drehten 65 zumeist heimische Motorradfahrer eine Runde durch den Nordwesten des Kreises. Auch niederländische Hell’s Angels und Mitglieder befreundeter Clubs waren dabei.

Vom Treffpunkt Goddelsheim ging es über Hillershausen und Eppe ins Upland, am Diemelsee legten sie eine Mittagsrast ein. Über Adorf fuhren sie in Richtung Korbach und zurück zum Startpunkt, wo sie ein Grillfest feierten. Während der knapp 80 Kilometer langen Fahrt kam es laut Polizeiangaben zu keinen Auffälligkeiten. Polizeibeamte begleiteten die Biker und kontrollierten die Straßen.

Die Ausfahrt sei keine Reaktion auf die negative Aufmerksamkeit, welche der Motorradclub besonders in den vergangenen Jahren auf sich gezogen habe, stellt Frans van’t Heck klar: Seit 60 Jahren veranstalteten seine Mitglieder vergleichbare Aktionen. Dass ihr Ruf indes noch nie gut gewesen sei, mache den Bikern nichts aus: „Es ist uns vollkommen egal, was Leute über uns denken.“

Dieses Jahr hat Frans van’t Heck sich frühzeitig um ein Spendenziel gekümmert: die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg. „Das ist ein Projekt, das Unterstützung verdient“, erläutert er. Jeder Teilnehmer bezahlte zehn Euro, dazu kommen Sponsorengelder und ein Teil der Kneipeneinnahmen. Im nächsten Jahr seien auch andere Spendenziele möglich - wenn andere Interessenten ihnen eine Chance gäben: „Wir sind ja keine Unmenschen“, versichert Frans van’t Heck.

Von Wilhelm Figge

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