Landrat zeichnet Vöhler und Waldecker Bürger aus

Ehrenbriefe für ehrenamtlichen Einsatz

Vöhls Bürgermeister Harald Plünnecke (l.), Landrat Reinhard Kubat (m.) und Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender der Gemeindevertretung ehren verdiente Ehrenämtler: Wilfried Meyer, Günter Maier, Kurt-Willi Julius, Norbert Scherf und Rainer Humpert. Rolf Zimme

Vöhl - Die letzte Gemeindevertretersitzung des Jahres nutzt Vöhls Bürgermeister Harald Plünnecke traditionell dazu Danke zu sagen. Gleich fünf Ehrenamtliche bekamen am Freitag den Ehrenbrief.

„Ehrenbriefe sind keine Geschenke“, stellte Landrat Dr. Reinhard Kubat gleich zu Beginn klar, „sondern ein Dankeschön für Geschenke, die gemacht wurden“. Zur letzten Gemeindevetretersitzung des Jahres lädt der Gemeindevorstand traditionsgemäß Vertreter von Vereinen, Institutionen und Kirchen ein. Fünf von ihnen bekamen am Freitagabend in der Vöhler Henkelhalle vom Landrat den Ehrenbrief. „Denn diese Menschen schenken uns das kostbarste Gut, das wir besitzten“, erklärte Kubat, „die Zeit“.

So wurde für seinen Einsatz in der Kommunalpolitik Rainer Humpert aus Buchenberg ausgezeichnet. Von 1995 bis 2001 gehörte er zur Gemeindevertretung, seit vergangenem Jahr gehört er zum Gemeindevorstand. „Außerdem engagiert er sich seit fünf Jahren für die Kinderkrebshilfe und als Jugendschöffe“, erklärte der Landrat.

Eine Auszeichnung für seinen ehrenamtlichen Einsatz bekam auch Kurt-Willi Julius aus Kirchlotheim. „Seit der Gründung des Synagogenvereins ist er dort Vorsitzender“, erinnerte Kubat. Mehr als 300000 Euro seien seitdem für das Projekt gesammelt worden. Ob Konzerte oder die geschichtliche Aufarbeitung der jüdischen Geschichte: „Diesen Erfolg haben wir in unseren kühnsten Träumen nicht erwartet“, räumte Kubat ein.

Zu Gast in Vöhl war am Freitag Wilfried Meyer: Der Waldecker Schiffskapitän bekam dort ebenfalls einen Ehrenbrief. „Er hat 1992 die Fahrgastschifffahrt aufgebaut und vier Jahre später die Fördergesellschaft Edersee mitgegründet“, so Kubat. Mit viel Arbeit, Ideen, Elan und eigenem Geld habe er dem Tourismus neue Impulse gegeben.

Eher in einem traditionellen Vereinsfeld tätig, ist Norbert Scherf aus Obernburg: Er wurde für seinen Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet. Seit 31 Jahren gehört er der Wehr an, war 2005 bis 2010 ihr Vorsitzender, engagierte sich als Jugendleiter und Gerätewart. Inzwischen zeichnet er verantwortlich für die Alters- und Ehrenabteilung. Auch im Kirchenvorstand, der Jagdgenossenschaft und als Wertungsrichter bei Feuerwehrwettkämpfen zeigt er Einsatz.

Ebenfalls den Ehrenbrief erhielt während der Sitzung Günter Maier, ehemaliger Pfarrer in Vöhl. „Er hat das Feld für den Synagogenverein bereitet“, erinnert Reinhard Kubat, „und gehört auch heute noch zum Vorstand des Vereins.“ Seit 1985 erforsche er die deutsch-jüdische Geschichte der Region und habe sie so für die Nachwelt erhalten. Der Gedenkstein für die Vöhler Opfer des Holocaust und die Gedenkfeiern zur Pogromnacht und am Polenkreuz gründen auf seiner Initiative, ebenso die Mahnwache am Edersee während des Irakkriegs. Außerdem singt Maier im Kirchenchor und ist Mitinitiator des Posaunenchors Marienhagen.

„Diese Menschen haben sich als Vorbilder gezeigt und sich freiwillig und unentgeltlich in den Dienst der Allgemeinheit gestellt haben“, erklärte Bürgermeister Plünnecke dankbar, „es ist schön, dass es noch solche Menschen gibt und sie sind es wert, selbst einmal in den Mittelpunkt gestellt zu werden.“ Von Theresa Demski

Kommentare