Schüler des Beruflichen Gymansiums präsentieren Umfragesystem

Ehrliche Antworten durch Datenschutz

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Haben sich um Datenschutz bei Umfragen bemüht (v. l.): Pascal Rummel, Nico Schmidt, Lukas Scharfe und Frédéric Christ stellen ihren Internetdienst frag-online.de vor.Foto: Wilhelm Figge

Korbach - Sichere und einfache Online-Umfragen bietet der Dienst frag-online.de, den Schüler des Beruf-lichen Gymnasiums Korbach erstellt haben. An ihrer Schule findet er Verwendung.

Die Teilnehmer des Leistungskurses Datenverarbeitung am Beruflichen Gymnasium sollten nicht einfach ihre Fertigkeiten in der Skriptsprache PHP üben, sie sollten etwas schaffen, was an der Bildungsstätte wirklich gebraucht wird, erklärt Kurslehrer Arno Leithäuser: ein Umfragesystem, unter anderem um Rückmeldungen über den Unterricht zu sammeln.

Ein Problem mit bestehenden Systemen ist, dass Stimmen zurückverfolgbar sind - ein Hindernis bei kritischen Themen wie der Bewertung von Lehrern. Frédéric Christ, Pascal Rummel, Lukas Scharfe und Nico Schmidt haben deshalb einen Dienst entwickelt, der in Sachen Datenschutz besonders sicher ist: frag-online.de.

Anonymität per Ticket

Kniff der Sache ist ein bei Umfragediensten bisher unübliches Ticketsystem: Während der Ersteller sich mit E-Mail-Adresse und Benutzernamen registrieren muss, verteilt er an die Teilnehmer zufallsgenerierte Num-mern, mit denen sie sich in die Umfrage einloggen können, ohne persönliche Daten freizu-geben - auch in Ruhe daheim, wo niemand auf ihre Stimme Einfluss nehmen kann.

Diese Tickets können ausgedruckt und dann zufällig gezogen werden. Nicht nur Teilnehmer und Ticket können einander nicht zugeord-net werden, auch zwischen Stimme und Ticket kann kein Bezug hergestellt werden - Daten sind somit mehrfach gesichert. Weiterer Vorteil gegenüber meist aus den USA stammender Konkurrenz: „Die Daten, welche bei uns landen, unterliegen dem deutschen, nicht dem zwielichtigen amerikanischen Datenschutzrecht“, erklärt Frédéric Christ.

Mit acht Klicks zu Feedback

„Maximal acht Klicks“ brauche es, eine Umfrage zu erstellen, das System stehe grundsätzlich jedem offen. In der geplanten Version 2.0 wird die Sicherheit nochmals überarbeitet sowie Antwort- und Fragemöglichkeiten flexibilisiert. Die jungen Programmierer prüfen auch die Möglichkeit zur Werbung, um mit der Seite etwas Geld zu verdienen.

„Man muss das Ticket an den Teilnehmer bringen“, nennt Arno Leithäuser den Grund, weshalb frag-online.de für offene Massenabstimmungen weniger nützlich ist. Die Zustellung per E-Mail erlaube schon wieder, zwischen Nummer und Teilnehmer eine Verbindung herzustellen, gibt Fré-déric Christ zu bedenken.

Für den Einsatz in der Schule ist das System dem Kurslehrer zufolge aber hervorragend geeignet: „Wir loten damit demnächst die Leis-tungskurse für nächstes Jahr aus“, kündigt er eine unverbindliche, aber ehrliche Umfrage an. Auch Schulleiter Werner Schmal zeigt sich angetan: „Ich denke, dass auch Betriebe und die Politik von dieser Plattform profitieren können.“

Von Wilhelm Figge

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