Willi Schäfer arbeitet seit 50 Jahren bei Janson Landtechnik in Adorf

Den eigenen Chef ausgebildet

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Diemelsee-Adorf - Als Willi Schäfer mit 14 Jahren seine Ausbildung bei Janson Landtechnik in Adorf begann, machte er sich auf Skiern zur Arbeit. Das ist 50 Jahre her. Die Skier nimmt er nicht mehr, bei Janson arbeitet Schäfer immer noch.

Vieles hat sich in den vergangenen 50 Jahren für Willi Schäfer geändert. Da ist vor allem der Beruf. Am 1. April 1963 begann er mit 14 Jahren seine Ausbildung zum Landmaschinen-Mechaniker bei der Firma Janson in Adorf. „Früher war das alles reine Handarbeit, heute läuft vieles auf Knopfdruck“, erklärt Schäfer. Da wäre aber auch der Weg zur Arbeit, der früher nicht der einfachste war. Wohnhaft in Rattlar, schnallte er sich im Winter am Elmekeplatz die Skier an und fuhr in den Ort. Von dort ging es mit dem Bus bis zum Abzweig nach Sudeck/Adorf, und dann zu Fuß weiter zur Firma.

Fehlstunden: Fehlanzeige

Geschadet hat ihm der beschwerliche Weg nicht, vielleicht hat es den 64-Jährigen sogar stärker gemacht, denn „Fehlstunden wegen Krankheit gibt es bei Willi Schäfer so gut wie nicht“, weiß Geschäftsführer Karl-Heinz Leonhard zu berichten. Der wurde einst von Schäfer ausgebildet.

Nach der eigenen erfolgreichen Lehre ging es für Willi Schäfer zunächst zum Wehrdienst. Danach besuchte er die Meisterschule und übernahm dann im Februar 1979 die Leitung der Werkstatt. Das machte er 34 Jahre lang - bis zum Ende des vergangenen Jahres.

„In dieser Zeit sind die Firma und auch die Landmaschinen immer größer geworden“, sagt Schäfer. Für bestimmte Tätigkeiten würden heute Spezialisten gebraucht, das sei früher nicht so gewesen. Egal ob Einführung von Blinkern und Umsturzbügeln, Entwicklungen in der Hydraulik und Elektro-nik: Willi Schäfer hat sie von Beginn an erlebt, und er hat sein Wissen weitergegeben. 35 Auszubildende sind bei ihm durch die Lehre gegangen - bis heute ist er im Prüfungsausschuss der Landmaschinen-Innung. Auch seine Frau Friedlinde lernte er in der Firma kennen.

Karl-Heinz Leonhard beschreibt ihn als „pflichtbe-wusst, ,zuverlässig und aufgeschlossen.“ Diese Werte nimmt Schäfer auch mit in die Freizeit. Als Fußballer jagte er dem runden Leder hinterher und brachte Kindern das Ki-cken bei, in der Feuerwehr löschte er Brände und arbeitet bis heute im Vorstand mit. Noch dazu singt er seit über 40 Jahren im Gesangverein.

Diese Woche gibt es eine Feierstunde für ihn. Am Ende des Jahres geht Schäfer dann in den Ruhestand. Dieser soll nicht zu ruhig werden: „Ich muss immer was zu tun haben.“ Vorsichtshalber hat er sich seinen eigenen Schlepper gekauft.

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