Maike Breuker ist neue Leiterin der Tourist-Information Diemelsee und hat viele Ideen

„Eigenes Gesicht nicht verlieren“

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Tourismus im Blick (v. l.): Norbert Lange, Hannelore Behle, Volker Becker, Maike Breuker und Jacqueline Saebel.

Diemelsee - Heringhausen - „Diemelsee ist ein schönes Fleckchen Erde“, freut sich Maike Breuker. Die Diplom-Geografin leitet seit 1. September die Tourist-Information Diemelsee und will die Ferienregion noch ein wenig schöner machen.

„Wir erhoffen uns neue Impulse, um die festgestellten Defizite abzubauen“, begründet Bürgermeister Volker Becker die Investition in den Tourismus. Ein im April präsentiertes Tourismuskonzept hatte gezeigt, dass die Ferienregion Diemelsee viel zu bieten hat, ihr Potenzial aber nicht ausnutzt.

Als die langjährige Tourist-Info Mitarbeiterin Angelika Paul-Schröder ihren Rückzug bekannt gibt, entscheidet sich der Gemeindevorstand daher, frei gewordene Stunden aus der Adorfer Gemeindeverwaltung nach Heringhausen zu verschieben. 22 Bewerber interessieren sich für die Vollzeitstelle. Die 30-jährige Fachfrau Maike Breuker (siehe Zur Person) bekommt sie. Kooperation erwünscht „Gemeinsam mit Günter Siebert, der nun stellvertretender Leiter ist, leitet sie die Geschicke der Tourist-Information“, berichtet Becker.

Jahrespraktikantin Jacqueline Saebel (Adorf) unterstützt das Team, das vor drei Wochen innerhalb des „Haus des Gastes“ umgezogen ist (siehe Hintergrund), ebenfalls. Um den Tourismus weiter zu stärken, kann sich Becker sogar vorstellen, erneut eine Kauffrau für Freizeit und Tourismus auszubilden.

„Darüber hinaus wünsche ich mir den Aufbau einer touristischen Arbeitsgemeinschaft mit Willingen, Korbach, Marsberg und Brilon“, erklärt er mit Blick auf die Naturpark-Kommunen. Es gibt viel(e) Baustellen „Kooperationen und Synergien sind immer wichtig“, bekräftigt Maike Breuker. Erste Gespräche mit den hessischen und westfälischen Kollegen beurteilt sie durchweg positiv.

Bevor sie den Kurs für den Tourismus-Dampfer Diemelsee festlegt, will sie Beherbergungsbetriebe und Freizeiteinrichtungen vor Ort aber genau kennenlernen. „Wir dürfen schließlich unser eigenes Gesicht nicht verlieren. Wir sind anders als Willingen zum Beispiel und wollen anders bleiben.

Bei uns sucht der Gast Ruhe und Erholung.“ Schon als Maike Breuker zum Bewerbungsgespräch nach Diemelsee kommt, ist sie positiv überrascht, was die Ferienregion zu bieten hat. „Es gibt allerdings – vor allem aufgrund des bislang knappen Personals – auch viele Baustellen“, räumt die Diplom-Geografin ein, blickt aber zuversichtlich voraus: „Destinationsmarketing und regionale Tourismusentwicklung haben mich schon im Studium interessiert.“

Außerdem habe sie viele Ideen, etwa für sportliche und kulturelle Veranstaltungen, fügt die Expertin hinzu, will aber noch nichts verraten.

Als Beispiele für Baustellen, die sie in naher Zukunft angehen will, nennt sie:

-den Ausbau des Wanderwegenetzes: Bis auf die Region Heringhausen und den Diemelsteig sieht sie Verbesserungsbedarf, um „die Mehrsaisonalität am Diemelsee zu gewährleisten“.

-die Internet-Vermarktung

-für sich persönlich den Besuch eines Niederländisch-Kurses.

-das Angebot von Schulungen für Betriebsinhaber.

„Wir dürfen nicht nur fordern, sondern müssen auch etwas geben.“ Zu den Forderungen zählt die TI-Leiterin vor allem die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, privaten Investoren und Verkehrsvereinen. Die Unterstützung der Touristik-Gemeinschaft Diemelsee sowie des Heringhäuser Verkehrsvereins sichert Norbert Lange zu, der die Aufstockung der Stelle begrüßt.

Gleiches gilt für Parlamentsvorsitzende Hannelore Behle (SPD): „Es ist gut, dass jemand von außen frischen Wind bringt. Diemelsee hat keine Industrie und die Landwirtschaft wird immer weniger. Meine Fraktion steht daher hinter dem Tourismus.“

Zur Person: Maike Breuker

Neue Leitung, neue Räume: In der Tourist-Information Diemelsee hat sich Einiges getan. Einheimische und Gäste erhalten Informationen zwar weiterhin im „Haus des Gastes“ in Heringhausen, aber nicht mehr in den von Schimmel befallenen Räumen neben dem Schwimmbadeingang. Die Fremdenverkehrsexperten sind in das Untergeschoss, wo zuvor Lesesaal und Ortsvorsteher-Büro untergebracht waren, umgezogen. Der Weg über den Parkplatz ist beschildert. Die Räume sollen laut Bürgermeister Volker Becker auch während der Sanierung des Gebäudes genutzt werden, über die das Diemelseer Gemeindeparlament seit Monaten diskutiert.

„Bad und Haus des Gastes werden 2013 auf jeden Fall zusammen umgebaut“, stellt Becker klar. Obwohl sich die Abgeordneten noch auf keine endgültige Variante einigen konnten, hat das Land laut Becker eine 60-prozentige Förderung telefonisch zugesagt. Fest steht nach Angaben des Bürgermeisters, dass zwar eine moderne Tourist-Informationen, aber kein Kinderspielhaus und keine neue Gastronomie entsteht. Damit der Umbau im Frühjahr zügig beginnt, sollen Bauantrag und Ausschreibungen während der Wintermonate auf den Weg gebracht werden. Bis es so weit ist, soll die vorübergehende TI durch neue Türen und Fenster einladender gestaltet werden.

Dass sich die Investition in den Tourismus lohnt, begründet der Bürgermeister mit den jüngsten Übernachtungszahlen: „Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbuchen wir ein Plus von rund elf Prozent.“ „Wünschenswert wären zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten“, erklärt Hannelore Behle (SPD), Parlamentsvorsitzende und als Kreisbeigeordnete Dezernentin für den Naturpark Diemelsee. Norbert Lange von der Touristik-Gemeinschaft Diemelsee hat die Lösung: „Nach der Eröffnung des Golfparks ist mein nächster Traum ein 100-Betten-Wanderhotel.“(nv)

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