Großes Interesse am zweiten Teil des Wirmighäuser Ortssippenbuches

„Ein Manifest der Ortsgeschichte“

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Diemelsee-Wirmighausen - Viel Zeit, Arbeit und Wissen hat es gebraucht, um Wirmighausens Geschichte auf 300 Seiten zusammenzufassen. Jetzt liegt sie als gebundenes Gesamtwerk vor.

„Ein Manifest der Ortsgeschichte“, sagte Dr. Klaus Wendt, Vorsitzender des Waldeckischen Geschichtsvereins. Renate Bracht habe ein Nachschlagewerk geschaffen, das die Wirmighäuser hoffentlich oft zur Hand nähmen. „Die Ortsgemeinschaft wird von dem Buch profitieren“, sagte Ortsvorsteher Hartmut Bangert. Lob gab es reichlich für das 300-seitige Werk und auch das Interesse der Wirmighäuser am zweiten Teil des Ortssippenbuches war groß. Bei der Vorstellung der Chronik am Sonntagnachmittag waren alle Plätze im Dorfgemeinschaftshaus besetzt.

Armin Bracht stellte die Arbeit seiner Mutter zunächst kurz vor. Renate Bracht hatte das Werk ihres verstorbenen Mannes Karl fortgeführt, der bereits eine umfangreiche Materialsammlung für die Chronik angelegt hatte. Ein besonderes Anliegen sei es seiner Mutter gewesen, die zahlreichen Fotos mit Namen zu versehen, bevor die Erinnerung an die abgebildeten Menschen verblasse.

Zwar handele es sich offiziell um den zweiten Teil von Band 66, praktisch sei das Buch aber der 89. Band der 1939 von Robert Wetekam mit der Ausgabe für Vasbeck begründeten Reihe der Waldeckischen Ortssippenbücher, sagte Dr. Klaus Wendt. Diese lägen mittlerweile fast flächendeckend für den Altkreis vor. Damit seien rund ein Drittel der bundesweiten Ortssippenbücher in Waldeck erschienen.

Karl Baus, stellvertretender Vorsitzender des Geschichtsvereins Diemelsee, stellte in seinem Vortrag die alte Heerstraße vor, die am Zollhaus vorbeiführte. „Sie war Lebensader der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung der Region vom Mittelalter bis in die Neuzeit“, sagte Baus. Die Straße sei Segen und Fluch zugleich gewesen. Überliefert ist der schlechte Zustand des Weges, unter dem die Fuhrleute zu leiden hatten. Davon profitiert hätten aber unter anderem Rademacher und Schmiede in Wirmighausen. Im 30-jährigen Krieg habe die Straße Elend und Verderben in das Dorf gebracht, so Baus. In einer Amtsrechnung von 1715 werde erstmals der Zoll bei Wirmighausen erwähnt, der aber schon deutlich länger bestehe.

Im frühen 19. Jahrhundert habe der Fernwegeverkehr an Bedeutung verloren, die Höhenstraßen seien durch befestigte Chauseen in den Tälern ersetzt worden, der Gütertransport auf die aufkommende Schiene verlagert worden. Heute seien wesentliche Teile der alten Heerstraße zerstört.

Die Wirmighäuser Ortschronik kostet 17 Euro und ist bei Hartmut Bangert unter E-Mail hartmut.bangert@t-online.de zu bestellen.

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