Hallenbad-Debatte: Heute im Stadtparlament – nächste Runde vor Gericht?

„Ein Produkt, das funktioniert“

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Wenn es gut läuft, soll das Hallenbad im Januar 2013 wieder eröffnet werden, prophezeit Betreiber EWF. Seit April geht es um Fehler und Mängel beim Bau.

Korbach - Das Hallenbad ist heute erneut Thema im Parlament. Es droht ein Rechtsstreit mit dem Planer - der indes betont: „Das Produkt Hallenbad funktioniert.“

Seit Mitte April ist das komplett erneuerte Hallenbad wieder geschlossen. Gutachter, Anwälte und Versicherungen befassen sich mit der Materie. Es geht um Fehler und Schäden am Bau.

Seither steht das Hallenbad auf der politischen Tagesordnung in Korbach. Angesichts des schwebenden Verfahrens will sich Klaus Meyer (Gotha), Generalplaner des Hallenbads, inhaltlich nicht äußern: „Dazu gibt es von mir null Kommentar“, sagt Meyer auf WLZ-Nachfrage.

Kritik des Planers

Allgemein kritisiert Meyer aber Verdrehung von Tatsachen, falsche Darstellungen. Und betont: „Ich lasse mich nicht instrumentalisieren.“ Zu untersuchen sei laut Meyer beispielsweise ebenso, was der Betreiber (EWF) „unterlassen“ habe.

Dabei zielt der Generalplaner offenbar auch ab auf Wahlkampf in Korbach und persönliche Animositäten im Hintergrund des Hallenbadbaus.

Aus Sicht von Meyer ist eines klar: „Da steht ein Produkt, das man nicht verstecken muss.“ Derweil haben Gutachter inzwischen etliche Mängel bescheinigt - vor allem auch „sicherheitsrelevante“ Fehler. Stichworte sind Blitzschutz, mangelhafte Beckenbeleuchtung bei Dunkelheit und vor allem eine bakterielle Belastung des Trinkwassers in den Leitungen (nicht beim Badewasser).

Gutachter für Fliesen, Versorgungstechnik und Edelstahlbecken kamen zuletzt bereits zu Wort in öffentlicher Sitzung (wir berichteten). Ein fertiges Gutachten zur Beleuchtung liegt ebenfalls vor. Die Beleuchtung scheint ein Problemfall zu sein. Reparaturen und Nachbesserungen bei Fliesen, Bädertechnik und Edelstahl seien indes ohne große Schwierigkeiten zu erledigen, resümierten die Gutachter im Auftrag von Energie Waldeck-Frankenberg (EWF).

Zur Verkeimung des Trinkwassers mit dem Erreger „Pseudomonas aeruginosa“, steht ein Gutachten allerdings noch aus. Und gerade die bakterielle Belastung hatte im April ja zur sofortigen Schließung des neuen Hallenbads geführt.

Gericht soll entscheiden

EWF legte dem Generalplaner zuletzt eine Vereinbarung für ein „Schiedsgutachten“ vor, das von beiden Seiten akzeptiert werden sollte. Meyer lehnte die Vereinbarung indes ab, bestätigt der Planer aus Gotha.

EWF schlug vor, das Gesundheitsamt des Landkreises Waldeck-Frankenberg möge einen Gutachter beauftragen. Stattdessen plädiert Meyer für einen Gutachter der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) in Essen. Dem wiederum will der Korbacher Bäderbetreiber EWF nicht zustimmen, weil er zu enge Bindung zwischen Meyer und dem Essener Institut sieht.

Als Folge steht ein „Beweissicherungsverfahren“ ins Haus. Darin soll das Landgericht Kassel einen Gutachter bestimmen. Auf dieser Basis könnte EWF dann Fehler und Schäden beseitigen lassen - ohne auf mögliche Regressansprüche gegenüber dem Generalplaner zu verzichten, erläutert EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller.

Auf Antrag der Grünen zieht Schaller heute Abend vor der Stadtverordnetenversammlung im Rathaus die nächste Zwischenbilanz zum Hallenbad. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr.

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