Korbach

„In der Not eine Dummheit begangen“

- Korbach/Willingen (resa). Bis zum Ende beteuerte er seine Unschuld. Das half dem 58-jährigen ehemaligen Hotelangestellten aus Willingen aber nicht. Wegen des Diebstahls von vier Computern aus dem Konferenzraum eines Willinger Hotels verurteilte Richter Wolfgang Damm den Angeklagten gestern zu einer Geldstrafe von 1500 Euro.



Ungewöhnlich sei dieser Fall, hatte der Verteidiger zuvor in seinem Plädoyer betont. Von einem Tag auf den anderen sei das Leben des Angeklagten zusammen gebrochen, weil er einer Tat beschuldigt worden sei, die er nicht begangen habe. Das Leben im Hotel sei sein Leben gewesen, 31 Jahre habe er ohne Zwischenfälle für das Unternehmen gearbeitet. Als vier Laptops eines Chemieunternehmens während einer Konferenz verschwanden, führte die Spur der Schlüsselkarte zu dem Angeklagten. Während der polizeilichen Vernehmung hatte der seine Schuld eingeräumt, während des ersten Prozesstages das Bekenntnis aber zurück genommen (wir berichteten).

Der Angeklagte habe während des Schuldbekenntnisses unter schweren Medikamenten gestanden, argumentierte dann auch die Verteidigung zum Abschluss des Prozesses. Ein Arzt bestätigte diese Einschätzung im Zeugenstand weitestgehend. Außerdem sei der Tatzeitpunkt weiterhin ungewiss, beinahe jeder habe die Laptops zu einem früheren Zeitpunkt entwenden können.

„Ich glaube der Angeklagte ist eine ehrliche Haut“, erklärte der Staatsanwalt, „aber irgendeine Notsituation hat ihn dazu gebracht, eine Dummheit zu begehen“. Auch Richter Wolfgang Damm war am Ende von der Schuld des Angeklagten überzeugt. Das Geständnis sei so detailliert gewesen, dass er keinen Zweifel an der Echtheit habe. „Der Angeklagte hat uns alle immer wieder angelogen“, ärgerte sich Damm und verurteilte ihn schließlich zu einer Geldstrafe von 1500 Euro.

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