„Wir wollen die Schülerzahl weiter steigern. Kapazitäten dafür sind vorhanden“, ziehen Schulleiter

„Eine der größten Oberstufen im Kreis“

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Jüngste Fachrichtung: Seit 2011 gibt es am Beruflichen Gymnasium den Schwerpunkt Gesundheit. Unser Bild entstand beim Tag der offenen Tür am vergangenen Freitag und zeigt Lehrerin Dr. Susanne Luhn (r.) mit Schülern.

Korbach - Ob sie es damals ahnten? 46 Schülerinnen und Schüler setzten 2003 ein „Erfolgsmodell“ in die Spur: Binnen zehn Jahren hat sich das Berufliche Gymnasium nach Angaben seines Schulleiters „zu einer der größten Oberstufen im Landkreis“ entwickelt.

339 Schülerinnen und Schüler streben zurzeit ihr Abitur in diesem Zweig der Beruflichen Schulen Korbach-Bad Arolsen an. Dafür sind rund 50 der insgesamt 140 Lehrkräfte der Beruflichen Schulen verantwortlich. Beim Tag der offenen Tür am vergangenen Freitag hatte bereits die Schulamtsdirektorin Doris Braun-Grimmelbein das „Erfolgsmodell“ gelobt (wir berichteten).

Keine Zweifel am Erfolg

Garanten für den Erfolg sehen die beiden Pädagogen vor allem im differenzierten Unterrichtsaufbau. So werden in den drei Fachrichtungen Wirtschaft, Technik und Gesundheit wesentliche berufsbezogene Kenntnisse vermittelt, die „dem Inhalt der ersten ein bis zwei Semester des entsprechenden Studiums“ gleichzusetzen sind, erklärt Schönrock. Das sei insbesondere für Schüler reizvoll, die sich bewusst für einen der Schwerpunkte entscheiden, um Betriebswirtschaftslehre, Informatik, Medizin oder Gesundheitsökonomie zu studieren. (tk)

Vor zehn Jahren gab es in Hessen zwei weiße Flecke auf der Landkarte, was Standorte Beruflicher Gymnasien angeht, erinnert sich Schmal. Das waren die beiden nordhessischen Landkreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder. Mit kreispolitischer Unterstützung sei die Schulform 2003 in Korbach etabliert worden. Diese nach einem möglichen Fehlstart wieder einzustellen, habe seinerzeit nie zur Debatte gestanden, betont Schmal: „Zweifel, dass für dieses Angebot die Nachfrage fehlt, gab es nicht.“

In der Anfangszeit setzte sich die Schülerschaft zu zwei Dritteln aus Realschülern zusammen. In der Folge stieg aber auch der Anteil derjenigen Schüler, die nach der Einführungsphase von einem allgemeinbildenden auf das Berufliche Gymnasium wechselten. Der ausgeprägtere Praxisbezug gebe oftmals den Ausschlag, erläutert Schönrock. Doch ebenso sei die Aussicht auf ein weniger anonymes Lernklima für die Entscheidung maßgeblich. Nicht einzeln auf Klassen aufgeteilt, sondern in Lerngruppen, die höchstens 23 Schüler umfassen, lernen die Schüler gezielt für die Quali­fikationsphase.

Mit Ausnahme des musischen und künstlerischen Aufgabenfeldes umfasst die Stundentafel des Beruflichen Gymnasiums das gesamte Spektrum der allgemeinbildenden Fächer. Seit Kurzem unterrichtet außerdem eine spanische Gymnasiallehrerin in ihrer Muttersprache. Bilingualer Wirtschaftsunterricht steht seit Sommer auf dem Stundenplan. Prüfungen, die komplett in englischer Sprache absolviert werden können, sollen künftig auch in weiteren Fächern möglich sein, kündigt Schönrock an.

Informationsabend

Den Markt beobachten, dann für sein Produkt werben und neue Kunden gewinnen: Wie „ein gut florierendes Unternehmen“ will der Schulleiter weiter Schüler für diesen Bildungsweg begeistern. Bereits beim Tag der offenen Tür der Beruflichen Schulen am vergangenen Freitag sei großes Interesse der Besucher von allen Aktions- und Informationsständen vermeldet worden. Eine weitere Informationsveranstaltung beginnt am kommenden Montag, 25. November, um 19 Uhr in der Sporthalle der Beruflichen Schulen (Kasseler Straße 17). Eltern und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 der Gymnasien sowie der Klassen 9 und 10 der Realschulen sind dazu eingeladen. Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung (Telefon 05631/7982) im Schulsekretariat gebeten.

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