Korbacher Speditions- und Logistikfirma: Helene Heinemann feiert 85. Geburtstag

Eine herausragende Unternehmerin

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Ein starkes Familienteam bei der Geburtstagsfeier: (v.l.) Susanne-Petra Heinemann, Mutter Helene Heinemann, Annette Viessmann (geb. Heinemann) und Doris Heinemann.

Korbach. - Helene Heinemann gehört zu den herausragenden Unternehmerinnen Waldeck-Frankenbergs. Seit rund 65 Jahren ist sie ein Garant für die Entwicklung der großen Korbacher Spedition und Logistikfirma.

Es war ein großer Tag für Helene Heinemann. Zu ihrem 85. Geburtstag würdigten gestern Gäste aus Wirtschaft und Politik eine Frau, die in all den Jahrzehnten der Firmengeschichte meist im Hintergrund geblieben ist - aber umso mehr zu Aufbau und Erfolg des Unternehmens beigetragen hat. Die Korbacher Spedition Heinemann ist international unterwegs und ein klingender Name weit über Nordhessen hinaus.

Helene Heinemann (geb. Schlichte) kam 1927 in Bad Pyrmont zur Welt. „Hineingeboren in eine Unternehmerfamilie“, wie ihr Schwiegersohn Dr. Martin Viessmann (Allendorf/Eder) gestern im Namen der Familie schilderte. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) lernte die junge Pyrmonterin den Korbacher Walter Heinemann kennen. 1948 heirateten sie - und schrieben fortan gemeinsam eine unternehmerische Erfolgsgeschichte. Mit Fleiß, Beharrlichkeit und Engagement hielt Helene Heinemann dabei im Familienbetrieb „die Fäden in der Hand“, sagte Viessmann.

In Bad Pyrmont hatte sie 1946 ihr Abitur gemacht, als Beste ihres Jahrgangs. Jura wollte sie studieren, doch ihre Bewerbungen an Universitäten blieben erfolglos. Kriegsheimkehrer hatten zunächst Vorrang.

Dann wurde Korbach zu ihrer neuen Heimat, und das junge Ehepaar Heinemann wagte den Sprung in die Selbstständigkeit. Anfangs war es ein kleines Taxiunternehmen, dann kam ein erster Lkw hinzu, damals noch mit Holzvergaser. Der Fuhrpark wuchs schnell und beständig, ebenso das betriebliche Fundament: zunächst eine Fiat-Vertretung, später Ford, eine MAN-Vertragswerkstatt für Lkw, Tankstelle und Honda-Motorräder.

Der erste Standort in der Steinstraße am Rande der Korbacher Altstadt war alsbald zu klein geworden. 1957 kauften Heinemanns den legendären „Peterhof“ an der Medebacher Landstraße - ehedem Korbacher Stammsitz des Gummiwerk-Gründers Louis Peter. Der Garten im Peterhof wurde zum Lkw-Stellplatz, in der unteren Etage waren Firmenbüros und Schlafplätze für die Fahrer. Oben wohnten Helene und Walter Heinemann mit ihren drei kleinen Töchtern Susanne-Petra, Annette und Doris.

Als auch der Peterhof zu klein für den Betrieb geworden war, errichteten Heinemanns einen Neubau stadtauswärts an der Medebacher Landstraße, der bis heute Sitz des Unternehmens geblieben ist.

Über all die Jahrzehnte führte Helene Heinemann Regie als Prokuristin. Buchhaltung, Finanzen, Steuerrecht, Investitionsentscheidungen und strategische Ausrichtung - Helene Heinemann setzte Akzente. Auch ohne Abschluss im Uni-Hörsaal hatte sie in Selbststudium und betrieblicher Praxis außergewöhnliche Kenntnisse erworben, die selbst erfahrene Wirtschaftsprüfer in Staunen versetzten: „Eine Leistung, vor der man nur den Hut ziehen kann“, resümierte der Wirtschaftsprüfer und Fachanwalt Dr. Eckhard Stehmann gestern bei der Geburtstagsfeier.

Dankbar, anerkennend und humorvoll gratulierte denn auch Elvira Klocke im Namen der Heinemann-Belegschaft: „Sie haben uns immer den Rücken gestärkt.“ Längst führt im Unternehmen Susanne-Petra Heinemann erfolgreich die Geschäfte. Aber der Rat von Helene Heinemann ist bis heute im Betrieb gefragt.

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