Christine Knoche-Gaydos aus Vöhl ist seit 15 Jahren Managerin

Wie eine „Mutti“ für Schlagerstars

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Sie ist für ihre Klienten jederzeit erreichbar: Christine Knoche-Gaydos an ihrem Schreibtisch in Vöhl und rechts mit G.G. Andersen, Micky Krause und Jürgen Drews.

Vöhl - Sie weiß, was Schlagerstars wie Jürgen Drews und G.G. Andersen bei ihren Auftritten brauchen: Seit 15 Jahren managt Christine Knoche-Gaydos aus Vöhl Schlagersänger. Was sie so erfolgreich macht? „Ich mache diesen Job mit Leidenschaft“, sagt sie.

Bei Christine Knoche-Gaydos im Büro klingelt das Telefon. Klingeln lassen geht nicht. Denn eigentlich muss die 37-Jährige immer erreichbar sein - zumindest für ihre Chefs. Denn wenn Jürgen Drews oder G.G. Andersen ein berufliches Problem haben, dann sollte Christine Knoche-Gaydos die Lösung kennen. Schließlich kümmert sich die Vöhlerin um deren Management. Und damit gehört sie zur Königsklasse der deutschen Schlagerstar-Manager.

Anfänge mit Ireen Sheer

An diesem Nachmittag sind es aber weder „Gerd“ noch „Jürgen“, die bei Christine Knoche-Gaydos das Telefon klingeln lassen, sondern Agenturen und Veranstalter. „Nein, Jürgen Drews ist bis November fast komplett ausgebucht“, erklärt sie, „Termine im nächsten Jahr sind aber kein Problem.“ Verträge, Veranstaltungen und Pläne: Die 37-Jährige hat den Überblick über die Kalender der Stars. „Das ist ganz normale Arbeit“, sagt sie, „allerdings ist es auch mein Traumjob.“ Auch wenn sie eigentlich nie davon geträumt hat. Denn wenn sie heute zurückblickt, dann entdeckt die Vöhlerin, dass ihr das Schicksal die Türen geöffnet hat.

„Nach der Schule habe ich eine Lehre zur Industriekauffrau gemacht“, sagt sie, „und dann habe ich im Büro gearbeitet.“ Als sie ihre Stelle in der Wicker-Klinik in Bad Wildungen verlor, da war sie gerade 21 Jahre alt und auf der Suche nach einer neuen Stelle. Dabei stieß sie auf eine Anzeige eines Architekten auf Scheidt, der nach einer Bürokraft suchte. Christine Knoche-Gaydos bekam den Job und plötzlich saß sie Ireen Sheer gegenüber. Deren damaliger Mann stellte die junge Vöhlerin nicht nur für das eigene Büro, sondern auch für das seiner Frau ein.

„Damals wurde ich ins kalte Wasser geworfen“, erzählt Christine Knoche-Gaydos, „ich habe jeden Tag dazugelernt.“ Statt per Mail wurden Angebote und Verträge per Fax durchs Land geschickt und wenn Christine Knoche-Gaydos Ireen Sheer zu Fernsehterminen oder Auftritten begleitete, dann hatte sie Handtasche und Hund fest im Griff. „Als wir zum ersten Mal zur ZDF-Hitparade gefahren sind, da dachte ich nur, wer soll mich Landei denn ernst nehmen“, sagt die Vöhlerin.

Aber sie wurde ernst genommen. Natürlich und ehrlich kam sie daher und mit der Bereitschaft, vollen Einsatz zu zeigen. Und als Ireen Sheer Scheidt verließ, Christine Knoche-Gaydos aber bei ihrem Sohn in Vöhl bleiben wollte, da machte sich die junge Mutter auf die Suche nach einer neuen Stelle - und wurde schnell fündig. „Ich hatte mir einen Ruf aufgebaut, ohne es zu merken“, sagt sie heute. Seit damals arbeitet sie für G.G. Andersen.

Ob sie nie befangen gewesen sei im Umgang mit den Stars? „Nein, wir waren damals wie eine große Familie“, sagt sie, „das waren die guten alten Zeiten.“ Heute sei die Branche schnelllebiger. Als im vergangenen Jahr Jürgen Drews anrief und fragte, ob sie ihn managen würde, da jubelte sie innerlich. „Besser als jetzt geht es nicht mehr“, sagt sie. Ob „Jürgen“ oder „Gerd“, Micky Krause oder Michael Wendler: „Über die Jahre sind wir Freunde geworden“, sagt sie.

„König von Mallorca“

Sie weiß, was das Lieblingsessen der Stars ist, und kennt ihre Gewohnheiten vor den Auftritten. Sie bucht die Flüge, sorgt dafür, dass die Techniker ihre Arbeit machen, und packt Picknickkörbe für den Heimweg. Sie hört sich neue Lieder an und schont ihre Künstler nicht. „Ich bin ein bisschen wie die Mutti“, sagt sie lachend. Die meiste Zeit arbeitet sie von zu Hause aus, nur zu den großen Auftritten fährt sie mit.

Seit fünf Jahren hat Christine Knoche-Gaydos auch ihre eigene Agentur und organisiert Schlagerpartys mit den vielen Stars, die ihr in den vergangenen 15 Jahren begegnet sind. „Dann feiern 7000 Menschen im Festzelt und du hast die Verantwortung“, sagt sie, „das sind die Momente, in denen mir bewusst wird, dass ich einen besonderen Job habe.“ Nur an einem Ort war sie in der ganzen Zeit noch nie: auf Mallorca. Zum Mekka der Schlagerfans reist sie in diesem Jahr zum ersten Mal - schließlich ist sie jetzt die Managerin vom „König von Mallorca“.

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