Basdorfer Gotteshauses vor 150 Jahren geweiht

„Eine schlichte Schönheit vom Lande“

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Die Bauarbeiten im Basdorfer Gotteshaus sind abgeschlossen und am Donnerstag feiert die Gemeinde gemeinsam mit Pfarrer Werner Hohmeister das 150-jährige Bestehen ihrer Kirche.

Vöhl-Basdorf - Mit Steinen einer alten Kapelle bauten die Basdorfer Ende des 19. Jahrhunderts ihre neue Kirche. Am Donnerstag feiert die Gemeinde nun den 150. Geburtstag ihres Gotteshauses - und gleichzeitig das Ende der Sanierung.

Was das besondere an ihrer Kirche ist? Da zögert Ute Filusch nicht: „Es ist unsere Kirche“. Sicher, es gebe schönere Gotteshäuser in der Region. „Aber das ist unsere“. Und Ute Filusch muss es wissen, denn sie ist Küsterin der alten Kirche. Und vorher kümmerten sich ihre Eltern mehr als 20 Jahre um die Kirche.

Eine ganze Zeit lang mussten die Basdorfer nun auf ihre Kirche verzichten: Erst schlug der Blitz im April 2011 ein und die Kirche konnte nicht mehr genutzt werden, dann stand die komplette Sanierung des Gotteshauses an. Seit August wurde in den alten Mauern nicht mehr gefeiert. Nun ist die Sanierung abgeschlossen und Pfarrer Werner Hohmeister und Küsterin Ute Filusch treffen die letzten Vorbereitungen, um mit der Gemeinde wieder in die Kirche einzuziehen.

Zum Kirchspielgottesdienst am Donnerstagabend kommt Propst Hartmut Wöllenstein und hält die Predigt, der Männergesangverein Basdorf/Vöhl und der Gospelchor singt. Denn es gibt gleich dreifachen Grund zum Feiern: Am Reformationstag erinnern sich die Protestanten an den Thesenanschlag durch Martin Luther. Gleichzeitig feiern die Basdorfer aber den Abschluss der Sanierungsarbeiten und den 150. Geburtstag ihrer Kirche. Die wurde1863 geweiht. „Seit dem 12. Jahrhundert stand in Basdorf eine Kapelle, die dann baufällig wurde“, erzählt der Pfarrer. Mit Steinen der alten Kapelle, großzügigen Gaben und fleißigem Einsatz der Basdorfer wurde eine neue Kirche gebaut - ein alter Stein über der Kirchtür erinnert bis heute an die großzügige Gabe von Katharina Wetzel. „Die Basdorfer haben das gebaut, was sie bauen konnten“, sagt Hohmeister, „diese Kirche ist eine schlichte Schönheit vom Lande“. Einige Jahre später bekam die Kirche eine eigene Orgel, bei der die Konfirmanden für die Luft sorgten, während die Glocke mit der Hand geläutet wurde. Und zum ersten Mal in ihrer Geschichte bekamen die Basdorfer damals auch einen eigenen Pfarrer.

Inzwischen teilen sich die Basdorfer wieder einen Geistlichen mit Nieder- und Oberwerbe. Und gemeinsam mit ihm haben sie auch stürmische Jahre um ihr Gotteshaus erlebt. „Die letzte Innenrenovierung gab es hier1987“, erzählt Hohmeister. Damals gehörte das Gotteshaus noch der politischen Gemeinde, die auch die Kosten übernahm. Für die Sanierung des Mauerwerks 2000 bezahlte dann schon die Kirchengemeinde. Der gehört ihre Kirche inzwischen auch.

Ein kalter Blitz, der im April 2011 in den Kirchturm einschlug und die Spitze abhob, löste schließlich eine komplette Sanierung aus. „Die Basdorfer haben Spenden gesammelt und eine engen Verbundenheit mit ihrer Kirche bewiesen“, freut sich Hohmeister. Als die Glocken im Dezember 2011 wieder läuteten, standen die Menschen gerührt auf der Straße und stimmten Lieder an.

14 000 Euro sammelten sie schließlich für die Grundsanierung: Die Kirche bekam ein neues Dach, einen Innenanstrich und eine Heizung wurde den Bänken eingebaut, der Fußboden wurde abgeschliffen, Sandstein teilweise erneuert, die Empore bekam einen Handlauf und auch die Elektrik wurde teilweise erneuert. Insgesamt rund 117 000 Euro kosteten die Arbeiten. Neben den Spenden gab es Geld von der Kirchengemeinde, dem Kirchenkreis und der Landeskirche. „Als die Basdorfer hörten, dass alles fertig ist, kamen viele vorbei und guckten“, erzählt Ute Filusch.

Am Donnerstagabend um 19 Uhr beginnt der Festgottesdienst in der Basdorfer Kirche - dann wird auch eine neue Decke auf dem Altar liegen. Monate vor ihrem Tod hatte Ute Filuschs Mutter mit den Stickarbeiten begonnen, die Tochter kümmerte sie um die Vollendung.

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