Vier Chöre aus Gemeinde Diemelsee bilden Chorgemeinschaft · Knapp 50 Sänger

Einklang zwischen Chören

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Genug Männer für alle Stimmlagen: die neue Chorgemeinschaft in der Gemeinde Diemelsee.

Diemelsee - Die Gesangvereine Stormbruch, Heringhausen, Ottlar und Giebringhausen kontern den Sängerschwund mit der Bildung einer Chorgemeinschaft.

Chorgesang aus fast 50 Männerkehlen gab es im Stormbrucher Dorfgemeinschaftshaus lange nicht: In Zeiten des „Chöresterbens“ hat der Männergesangverein Stormbruch weniger als 20 aktive Sänger, auch die Nachbarchöre aus Heringhausen sowie Ottlar und Giebringhausen bewegen sich in diesem Rahmen. Junge neue Mitglieder sind selten.

Aus Sängermangel sagten die Stormbrucher und die Chorgemeinschaft Ottlar/Giebringhausen bereits die Teilnahme an Sängerabenden in Bigge und Gembeck ab. Die Chorgemeinschaft stand zudem nach dem Weggang Christoph Lamms ohne Dirigenten dar. Die Sänger in Stormbruch und Heringhausen bangten von Probe zu Probe, ob sie weiter singen könnten.

Gemeinsame Zukunft

Gegen Ende des vergangenen Jahres unterhielten sich die Vorsitzenden der bedrohten Vereine über Lösungen: Alfred Diener (Giebringhausen), Karl Pohlmann (Heringhausen), Karl-Friedrich Biederbick (Ottlar) und Hans-Peter Bartmann (Stormbruch) stimmten überein, dass die Bildung einer Chorgemeinschaft das Beste für die Zukunft sei. Wie bei der zwischen Ottlar und Giebringhausen bleibt jedem Verein sein Vorstand erhalten, und auch sonst sind die Sänger bemüht, jeden Ort einfließen zu lassen: „Der Plan ist, den Proberaum halbjährlich zu ändern“, erklärt Hans-Peter Bartmann. Zumindest würden die Chöre nach Renovierung des Hauses des Gastes in Heringhausen zwischen dort und Stormbruch wechseln, aber auch in Ottlar und Gie- bringhausen werde nach großen Proberäumen gesucht - die bis zu 47 Sänger brauchen schließlich Platz.

Bei den Sängern trifft die Chorgemeinschaft auf Begeisterung: Ihr Liedgut überschneidet sich weitgehend, die Zusammenarbeit verläuft reibungslos. Unter Dirigent Jens Kreten haben sie mit dem Titel „Santiano“ auch schon ihr erstes neues Lied eingeprobt.

Überwindbare Probleme

Die Zusammenarbeit bringt aber auch Probleme mit sich: Die Sänger werden nicht mehr die Zeit finden, in vier Orten zu runden Geburtstagen Ständchen zu bringen - silberne und goldene Hochzeiten sollen aber weiterhin besungen werden, versichert Hans-Peter Bartmann. Zudem hätten manch ältere Sänger, die ohnehin über das Aufhören nachdachten, den Zusammenschluss als guten Zeitpunkt zum Aussteigen gewählt. „Im größeren Chor wird es aber möglicherweise auch leichter, junge Leute zu gewinnen“, stellt Alfred Diener dem entgegen.

Alle Vorsitzenden sind hoffnungsvoll, dass der Chorgesang in ihren vier Ortschaften vorerst gesichert ist - auch wenn der Name dieser gemeinsamen Zukunft noch nicht feststeht. „Chorgemeinschaft Diemelsee“ sei die wahrscheinlichste Option, erklärt Hans-Peter Bartmann.

Ihren ersten gemeinsamen Auftritt haben die Sänger schon geplant: das Bezirkssängerfest in Rhenegge am 11. Mai. Und auch auf den noch im Angesicht des „Chöresterbens“ abgesagten Sängerabenden in Bigge und Gembeck wollen sie auftreten.(wf)

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