Beim Waldeckischen Sängertag in Vasbeck Auszeichnung für Uli Fingerhut

Einstimmung auf eine gute Zukunft

Geschäftsführer Marco Landau (l.) und Vorsitzender Bruno Mecke (r.) zeichneten Uli Fingerhut aus, der sich als Bundeschorleiter verabschiedet hat. Armin Bangert und Erhard Emde (kleines Bild) wurden für den Einsatz in ihren Vereinen geehrt.

Diemelsee-Vasbeck - Die waldeckischen Sänger stachen beim Jahrestreffen mit der „Vasbecker Flotte“ in See. Der Sängerbund feiert 90-jähriges Bestehen im laufenden Jahr - und verabschiedete am Wochenende seinen Bundeschorleiter Uli Fingerhut (Vöhl).

Runde Geburtstage sind für Gesangvereine nicht nur ein willkommener Anlass zum Ständchensingen. Der Waldeckische Sängerbund (WSB) nutzt solche Geburtstage stets auch, um Präsenz zu zeigen. Zum 140-jährigen Bestehen des gemischten Chors Vasbeck lud der WSB am Wochenende also gezielt in den Diemelseer Ortsteil ein.

Der ist wahrlich ein „dolles Dorf“, wie die Vasbecker am Samstag in der Walmehalle unter Beweis stellten. Vor Wochen zeigten sie im hessischen Fernsehen ihr besonderes Profil, und den koketten Film dazu gab es am Wochenende auch beim Sängertag zu sehen.

Wer sie noch nicht kannte, durfte sich spätestens beim Sängertag auch mit der ominösen „Vasbecker Flotte“ vertraut machen. Die geht auf einen legendären Pfarrer im Dorf zurück, der vor rund 150 Jahren gern die Predigten seines Bruders von der norddeutschen Küste zur Zweitverwertung ins Binnenland nach Vasbeck schicken ließ. Folglich hatten die Vasbecker die Tische beim Sängertag auch mit bunten Schiffchen geschmückt. Und der gemischte Chor unter Leitung von Martin Gerhard stimmte die Gäste zum Auftakt mit zwei gelungenen Stücken ein: „Alleweil bei der Nacht“ und das poppige „Für alle“, mit dem die Gruppe „Wind“ 1985 beim Eurovision- Song-Contest in Göteborg auf den zweiten Platz gesegelt war.

"Ich glaube, wir können selbstbewusst behaupten, dass unsere Chöre aus dem kulturellen Leben nicht wegzudenken sind“, resümierte denn auch WSB-Vorsitzender Bruno Mecke (Höringhausen) in seinem Jahresbericht. Als Glanzlicht stellte Mecke das Benefizkonzert im Oktober in Korbach mit dem Berliner Straßenchor heraus, das WSB-Geschäftsführer Marco Landau zum zweiten Mal organisiert hatte.

102 Vereine in zehn Sängerbezirken zählten Ende 2013 zum Waldeckischen Sängerbund. „Eine rückläufige Mitgliederzahl ist nicht zu leugnen“, fügte Mecke selbstkritisch für den WSB an - vor allem bei den Männerchören. Doch machte Mecke zugleich Mut, die 2013 gefasste Devise in den Vereinen weiterhin mit Leben zu erfüllen: „Aufbruch durch Veränderung.“

Statt traditioneller Partituren seien bei jungen Menschen etwa Pop- oder Gospelchöre beliebter. Vereine und Sängerbund müssten diese Aufgabe offensiv angehen, um am Ende „nicht das zu verlieren, was wir eigentlich bewahren möchten“.

So gibt es durchaus wachsende Vereine im WSB. Auch Kinder und Jugendliche lassen sich begeistern, wie Jugendwartin Anja Putzki schilderte. Als Beispiel nannte sie den neuen Kinderchor in Usseln.

„Die Zukunft ist wichtiger als die Vergangenheit“, erklärte denn auch der Eimelroder Chorleiter Rüdiger Pfannkuche im Jahresbericht des Musikausschusses. Stimmbildungslehrgänge, Schulungen für Chorhelfer seien weiterhin geplant. Und für den 10. Mai lud Pfannkuche alle Chorleiter des WSB zum Gedankenaustausch ins Korbacher Bürgerhaus ein.

Ein vielfach engagierter Sänger und Dirigent hat im Musikausschuss des WSB derweil seinen Abschied genommen: Uli Fingerhut (Vöhl). Nachfolger ist Arno Huthwelker (Buchenberg).

13 Jahre arbeitete Fingerhut im Musikausschuss und als Bundes­chorleiter „mit Hingabe und Leidenschaft“, betonte Bruno Mecke. Zusammen mit WSB-Geschäftsführer Marco Landau überreichte Mecke zum Dank an Fingerhut ein Präsent.

Ehrungen gab es in Vasbeck auch für verdiente Sangesbrüder aus dem Bezirk Rhene-Diemel: Armin Bangert (Wirmighausen) und Erhard Emde (Vasbeck). Beide sind seit Jahren im Vorstand ihrer Vereine aktiv.

Grußworte beim Sängertag sprachen Kreisbeigeordnete Hannelore Behle und Diemelsees Bürgermeister Volker Becker. Behle unterstrich die Verbundenheit des Landkreises zu den heimischen Chören. Becker dankte für die gute Resonanz aus den Vereinen beim Sängertag und den Vasbeckern als engagierte Gastgeber.

Zum Sängertag 2015 geht es nach Höringhausen. Der Chor feiert im kommenden Jahr 150-jähriges Bestehen. Von Jörg Kleine

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